Nachhaltige Hilfe am Äquator

Gemmingen  Der Gemminger Verein Tusiima Nawanyago unterstützt ein Dorf in Uganda. Am Dienstag bringen vier Männer eine Wasseraufbreitungsanlage für das örtliche Krankenhaus nach Afrika.

Von Tanja Ochs

Nachhaltige Hilfe am Äquator

Seit Juli hat der Verein dafür gesammelt, jetzt bringen Florian Kistler (links) und Manfred Holzner die Entkeimungsanlage für Regenwasser nach Uganda.

Foto: Ochs

Der Zufall hat Florian Kistler vor sechs Jahren nach Uganda geführt. Ein Jahr lang hat der Gemminger nach dem Abitur in einem Krankenhaus im Osten des afrikanischen Landes gearbeitet.

Seitdem lässt es ihn nicht mehr los: Gemeinsam mit seiner Familie und Freunden hat der 24-Jährige im vergangenen Jahr den Verein Tusiima Nawanyago gegründet, Der Name bedeutet "Fortschritt für Nawanyago" und ist Programm: Gemeinsam wollen die 24 Vereinsmitglieder nachhaltige Hilfe am Äquator leisten. Vier Gemminger brechen am Dienstag auf, um eine Entkeimungsanlage für sauberes Trinkwasser nach Nawanyago zu bringen.

Mit viel Gepäck nach Afrika

Zehn Gepäckstücke haben Manfred Holzner, Jörg Maack, Klaus Weidelich und Florian Kistler auf ihrem zehnstündigen Flug nach Entebbe dabei. In ihren Koffern sind die Einzelteile der Anlage, die der Schweizer Verein Aqua Pura zur Verfügung gestellt hat. In den vergangenen Wochen haben einheimische Handwerker am Krankenhaus in Nawanyago drei Wassertanks aufgestellt und neue Regenrinnen angebracht, die der Gemminger Verein mit Spenden finanziert hat.

Nach der Installation soll am Sonntag, 25. November, die neue Wasserversorgung offiziell in betrieb genommen werden. Die Plakette, die daran erinnert, dass die Spender aus dem Kraichgau kommen, haben die Gemminger ebenfalls im Gepäck. Ihre Mitstreiter zuhause können die Einweihung über eine Facebook-Liveschaltung ab 10 Uhr miterleben.

"Raus aus der bequemen Welt" hatte es Florian Kistler nach dem Abschluss am Eppinger Hartmanni-Gymnasium gezogen, erzählt seine Mutter Kerstin Weber-Kistler. Bereits nach drei Tagen in Uganda habe der Abiturient zuhause angerufen und gesagt: "Ihr müsst kommen." Er wollte seine Eindrücke mit der Familien teilen. In Uganda sei er erwachsen geworden, meint der Medizinstudent. Große Lebensfreude treffe dort auf unvorstellbare Lebensumstände. Nach dem Besuch überlegte die Familie, wie sie den Menschen helfen kann.

Verein will Bildung und Gesundheit fördern

Die erste Spende, die von Gemmingen nach Nawanyago ging, war ein Rollstuhl für einen Jungen. "Das war alle Mühe wert", sagt Kerstin Weber-Kistler, Vorsitzende des Vereins Tusiima Nawanyago. Ein Container für die HIV-Sprechstunde im Krankenhaus folgte, dann mit Unterstützung des Vereins Association Femmes d"Europe eine Solaranlage für das Verwaltungsgebäude.

Außerdem finanzierten die Gemminger die Ausbildung eines Einheimischen zum Krankenpfleger. 2014 besuchte Krankenhausleiterin Sister Angela den Kraichgau. "Der Kontakt ist nie abgerissen", erzählt Kerstin Weber-Kistler. Weitere Projekte sind geplant, um Bildung und Gesundheit zu fördern. In den nächsten Tagen werden die Gemminger vor Ort eine Mädchenschule besuchen, die sie unterstützen wollen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent nach Uganda.

Ein Nachmittag für Nawanyago

Der Verein verkauft am 9. Februar im evangelischen Gemeindehaus in Gemmingen Kunsthandwerk aus Uganda, es gibt Bilder aus Nawanyago, Musik und Geschichten. Der Erlös wird gespendet.

 

Weitere Infos zum Nawanyago-Projekt unter www.tusiima-nawanyago.eu

 

 

 


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