Modelleisenbahn: Die Welt hinter dem Gartenzaun

Sachsenheim  Rund um sein Haus in Sachsenheim-Hohenhaslach (Landkreis Ludwigsburg) hat Heinz Knodel eine riesige Modelleisenbahn-Landschaft aufgebaut. Hinter jeder Schienenkurve gibt es etwas zu entdecken.

Modelleisenbahn: Die Welt hinter dem Gartenzaun
Heinz Knodel hat rund um sein Haus in Sachsenheim-Hohenhaslach eine Modellbahnwelt aufgebaut. Regelmäßig kommen Ausflügler vorbei.

Ein Bild wie aus einem Wimmelbuch: Rund ums Haus fahren Modellbahnen auf 400 Meter Gleisen über Brücken, durch Städte und Fantasiewelten. Das Langzeitprojekt von Heinz Knodel hat offenbar nur eine Grenze, und die setzt seine Frau.

Mit einem Kirchennachbau fing alles an

"Sie hat gesagt, die Fenster müssen frei bleiben", sagt der 72-Jährige und schmunzelt. Die Vorgabe scheint angebracht, denn die Welt hinter dem Gartenzaun in Sachsenheim-Hohenhaslach (Landkreis Ludwigsburg) ist auf stattliche Höhe angewachsen. Die Strombergbahn, wie Knodel seine Anlage nennt, ist zum Ausflugsziel geworden. "Immer wieder kommen Besucher auf dem Fahrrad vorbei und machen kurz Halt." Sie werfen eine Münze in einen Kasten, und schon erwacht die Bahn zum Leben. Die Züge der Lehmann-Groß-Bahn (LGB) im Maßstab 1:22,5 setzen sich in Bewegung, dampfen durch Gebirge, vorbei an originalgetreu nachgebauten Industrieanlagen, einer Sortieranlage für Kies, weiter zu einem Indianerlager und einem beeindruckenden Viadukt, das Knodel aus Natursteinen gebaut hat.

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... ein Schloss und viele andere Kulissen hinzu. Die Gleisanlagen sind 400 Meter lang.

Ist der 72-Jährige zu Hause, schickt er noch mehr Züge auf die Reise, die bei Hochbetrieb vom Steuerkasten aus gelenkt werden müssen. Auch ganze Gruppen schauen vorbei und kehren danach in der nahen Besenwirtschaft ein. Mit einer Gruppe befreundeter Eisenbahnfans trifft sich Knodel, um Ideen auszutauschen und von den neuesten Entdeckungen zu schwärmen. Das Haus ist nicht nur umgeben von der Modellbahn, es ist auch geschmückt von Schildern historischer Züge und anderer Bahn-Devotionalien. An einer Wand hängt der tonnenschwere Kesseldeckel einer Dampflokomotive.

Angefangen hat alles 1975, als Heinz Knodel, von Haus aus Maurermeister, eine Klosterkirche aus Steinen nachbaute. Sie ist heute noch Bestandteil der Anlage, die immer weiter wuchs. Die Landschaft hat der Hohenhaslacher großzügig mit Spielfiguren, Dinosauriern und anderem Zierrat geschmückt.

"Es soll einfach Spaß machen"

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Nach und nach kamen ein Indianerdorf, ....

Ein Modellbahnhersteller wollte die Anlage einmal zu Werbezwecken filmen, letztlich war sie wohl nicht puristisch genug. "Sie sagten, es sei eine Spaßbahn", erzählt Knodel, der das als Kompliment sieht: "Es soll ja einfach Spaß machen."

Sein vier Jahre alter Enkel ist hin und weg von der Modellwelt, die ohne digitale Steuerung auskommt. "Das brauche ich nicht", sagt der Bastler, der noch viele Ideen hat.

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Mit der Klosterkirche fing alles an.

Demnächst will er ein Förderband bauen, damit die Anlieferung der Lastwagen an der Sortieranlage noch realistischer wirkt. Dann hat der 72-Jährige ein Auge auf noch größere Modelleisenbahnen geworfen, jede Menge Schienen im XXL-Format liegen parat. "Ich bin gerade am Tüfteln, wie die Strecke aussehen könnte." Ein nahe gelegenes Grundstück bietet Platz, während vorne am Gartenzaun die Entfaltungsmöglichkeiten für die Bahn knapp werden. Und die Fenster müssen frei bleiben.

Tipps für Besucher

Besucher können stets einen Blick auf die Strombergbahn in der Hohenhaslacher Rinnenstraße werfen. Wer eine Münze in den Automaten wirft, setzt die Bahn in Gang. Nach Vereinbarung leitet Heinz Knodel auch Führungen, alle Informationen gibt es im Internet unter strombergbahn.de.

 

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