Merkel kommt zur Eröffnung der Sinsheimer „Klima Arena“

Sinsheim  Bei der Eröffnung der Sinsheimer Klima Arena war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Ort. Neben viel Lob für das Informationszentrum verteidigte Merkel die Pläne der Regierung zum Klimagesetz. Winfried Kretschmann gehen Pläne der Regierung hingegen nicht weit genug.

Eine Stimme der Tatkraft

Angela Merkel und Winfried Kretschmann lassen sich von dem zukünftigen Vorstand der Klimastiftung für Bürger, Bernd Welz (2. von links), den Klimasupermarkt erklären.

Fotos: Veigel, Andreas

Dass Dietmar Hopp über Weitblick verfügt, hat der Mäzen schon vor fast 50 Jahren mit der Gründung des Softwareunternehmens SAP bewiesen. Auch mit der Idee, in Sinsheim ein Gebäude zu bauen, dass sich dem Klima widmet, ist der 79-Jährige seiner Zeit wieder voraus. Schließlich begannen die Planungen bereits vor knapp fünf Jahren. Jetzt ist die Sinsheimer Klima Arena offiziell eröffnet worden. Und keine Geringere als Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte am Montag um genau 11.46 Uhr den symbolischen Buzzer.

Aufrüttelnde Botschaft

Just an dem Tag, an dem der Bundesregierung vorgeworfen wird, in ihrem Entwurf zum Klimagesetz hinter den ursprünglichen Plänen zurückzubleiben, stattet die Kanzlerin der Klima Arena einen Besuch ab. Ein "greifbares Projekt mit aufrüttelnden Botschaften" habe Dietmar Hopp gemeinsam mit der Klimastiftung für Bürger realisiert, so Merkel.

Die Idee zu dem Infozentrum habe er einem Experten auf diesem Gebiet zu verdanken, erinnert sich Hopp. Und die Angst vor der sich anbahnenden Katastrophe. "Ich habe auch an meine Enkel gedacht", sagt der 79-Jährige, "in welcher Welt sie leben sollen, wenn das so weiter geht." Man müsse vor allem das menschengemachte CO2 eindämmen. Er selbst fahre zwar wenig mit dem Rad von A nach B, versuche aber Strom und Wasser zu sparen. Außerdem plane er Baumpflanzungen in Uganda, um Flüge wie nach Florida wieder auszugleichen.

Bepreisung als zentrales Element

Gegnern des Klimapakets der Bundesregierung sind solche Maßnahmen noch viel zu wenig. Das weiß auch Angela Merkel, die die Pläne verteidigt. "Wir müssen unsere Ziele schrittweise erreichen", erläutert die 65-Jährige. Die Bepreisung als zentrales Element müsse langsam gesteigert werden, um so viele Menschen wie möglich mitzunehmen. Schließlich habe die Menschheit selbst erheblich zum Klimawandel beigetragen.

"Jetzt müssen wir mit unseren Möglichkeiten Maßstäbe setzen, um anderen auch eine Chance zu geben", so Merkel. Besonders in Deutschland habe man das nötige Wissen, um die Technologien wie im Verkehrsbereich einzuführen, die benötigt werden. Die Sinsheimer Klima Arena zeige, dass es immer mehr Menschen und Unternehmen gebe, die einen Beitrag leisten können und auch wollen.

Alle Kräfte mobilisieren

Eine Stimme der Tatkraft

Wohin der Weg in Sachen Klima gehen soll, darüber sind sich Merkel und Kretschmann bisher noch nicht einig.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann gehen die Pläne der Bundesregierung allerdings nicht weit genug. Daraus macht er auch bei seiner kurzen Ansprache keinen Hehl. "Man ist dem Ziel in den letzten Wochen nicht nahe genug gekommen", betont er. Wenn man Verbündete sucht, müsse man spürbar machen, was Klimawandel wirklich heißt. Man müsse alle Kräfte mobilisieren und eine Stimme der Tatkraft schaffen. Die Klima Arena sei in der heutigen Zeit wegweisend. Besonders, weil sich bisher vorwiegend junge Menschen engagieren und auf die Straße gehen. "Es braucht Personen aus allen Bereichen. So wie hier", ist sich der Ministerpräsident sicher.

Trotz aller inhaltlichen Differenzen: Die anschließende Führung durch die Klima Arena absolvieren Merkel und Kretschmann gemeinsam. Dazu gehört auch ein kurzer Besuch des "Klimasupermarkts". Die Kanzlerin ist schließlich bekannt dafür, viele ihrer Einkäufe selbst zu erledigen. Den Beweis, dass sie die nach ihrem Besuch in Sinsheim anders handhabt, muss sie allerdings noch antreten.

 

Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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