Klatschmohn am Straßenrand fördert die Artenvielfalt

Eppingen  Die Stadt Eppingen sorgt mit Blühstreifen und -flächen für Hingucker. Gleichzeitig sammelt Eppingen damit Punkte beim Naturschutz. Was steckt hinter den Pluspunkten auf dem Ökokonto der Stadt?

Von Nicole Theuer
Bunte Fahrbahnränder sind Augenschmaus

Entlang der Trockenmauern Richtung Kleingartach blüht der Mohn und bietet ein atemberaubendes Farbschauspiel. So wie dort sieht es derzeit an vielen Orten im Landkreis aus.

Foto: Franz Theuer

Es ist nicht nur für Auto- und Fahrradfahrer ein Hingucker: Wer von Eppingen in Richtung Kleingartach fährt, den erwartet entlang der Trockenmauern ein prächtiges Farbenspiel.

Unzählige Klatschmohnblüten strecken ihre Köpfe in die Luft. Die intensiven roten Blüten sind ein besonderer Farbtupfer am Rande der Weinberge mit ihrem grünen Blätterwerk.

Die Blütenpracht, die vielerorts zu bestaunen ist, kommt in Eppingen nicht von ungefähr: Sie ist Teil eines Schutzprogramms gegen Artenschwund. "Der Gemeinderat befasst sich seit 2010 mit Ausgleichsflächen und Ökokonto", erklärt Cathrin Leuze vom Rathaus. Sie macht deutlich: "Blühende Streifen und Flächen auf offener Flur sollen neue Lebensräume, insbesondere für Insekten, entstehen lassen."

Gut für die Natur und das Ökokonto

Als im Jahre 2016 die Trockenmauern im Gewann "Bienhälde" saniert werden mussten, entstand der Gedanke, entlang der sanierten Mauern etwas für den Artenschutz und das städtische Ökokonto zu tun. Das symbolische Konto schafft Anreize für Kommunen, den Landschaftsverbrauch einzudämmen und Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in der Natur vorzunehmen.

Die Sanierung der Trockenmauer bot sich da an: "Nach Absprache mit dem Landratsamt Heilbronn konnte die Maßnahme damals dem städtischen Ökokonto gutgeschrieben werden", erläutert Leuze. Die Maßnahme wird monetär bewertet und entsprechend dem Ökokonto der Stadt verbucht.

Nicht nur die "Bienhälde" ist ein wichtiger Baustein für das städtische Ökokonto. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Ausgleichsflächenkonzeption "Elsenztalaue" zwischen Eppingen und Richen.

Tiere, Menschen und Pflanzen profitieren

Im Jahr 2018 beschloss der Technische Ausschuss die Einführung eines Artenschutzprogramms. "Mit Finanzmitteln im Haushalt kann die Anlage von Blühstreifen auf einer Mindestfläche von 100 Quadratmetern jährlich mit zwölf Cent je Quadratmeter gefördert werden", rechnet Leuze vor. Damit könne privates Engagement für den Naturschutz unterstützt werden.

Die Zuwendungen sind an Bedingungen geknüpft: Streifen mit Blumen werden bis zu drei Jahre lang gefördert, entsprechende Flächen bis vier Jahre. So ein Streifen muss mindestens zweieinhalb Meter breit sein. Randstreifen werden bis zur maximalen Breite von acht Metern von der Stadt bezuschusst. Wer ganze Flächen anlegt, muss keine Mindest- oder Höchstgrenzen einhalten.

Allerdings handele es sich hier um ganze Flurstücke oder genau abgegrenzte Teilflächen, die flächig angelegt und gepflegt werden. Von der Anlage von Blühstreifen und Blühflächen, die ein Blickfang sind, profitieren Insekten, Einwohner und Gäste. "Durch Artenvielfalt auf freier Flur gewinnt die Landschaft an Attraktivität und Freizeitwert", findet Leuze.

Auch ein Kreisel leuchtet rot

Doch nicht nur in Richtung Kleingartach sorgen die Klatschmohnblüten für Begeisterung, auch auf dem Kreisverkehr an der Bismarckstraße leuchtet es rot. Wozu brauche man noch Kreiselkunst, lautet eine oft gestellte Frage in den sozialen Medien. Die User sind sich einig: Der Kreisel ist der schönste im ganzen Stadtgebiet. Cathrin Leuze freut's: Sie sieht in den Kommentaren eine Bestätigung der städtischen Bemühungen.

 


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