In und um Bad Rappenau wird Wasser weiter gechlort

Region  Eine Verunreinigung von Trinkwasser bereitet dem Wasserzweckverband Mühlbach nun bereits seit einigen Wochen Sorgen. Die Ursache ist noch immer unklar.

Von Adrian Hoffmann
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Der Wasserzweckverband Mühlbach will die Chlorung des Wassers langsam zurückzufahren. Foto: Hoffmann

Nach Angaben von Wasserzweckverband-Geschäftsführer Michael Wilde wird vorsorglich noch mindestens zwei Wochen lang gechlort, möglicherweise noch länger.

Man habe inzwischen einen Verdacht, was Hintergrund für die Verunreinigungen sein könnte. Dieser sei aber noch nicht zweifelsfrei bestätigt, weshalb er zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Auskunft dazu geben könne, bittet Wilde um Verständnis. Ursächlich könne theoretisch sowohl eine Verunreinigung durch die Landwirtschaft sein sowie auch Hinterlassenschaften von Hunden oder Vögeln in Wasserschutzzonen. Es könne sein, dass ein Starkregen sein Übriges beigetragen habe, dass Keime ins Trinkwasser gelangten, so Wilde.

In Absprache mit dem Gesundheitsamt werde man nun damit beginnen, die Chlorung des Wassers täglich etwas zurückzufahren und weiterhin Proben zu entnehmen, erklärt Michael Wilde. Ob die Chlor-Konzentration im Anschluss daran weiter zurückgefahren werde, sei von den Ergebnissen der Proben abhängig.

Besorgte Bürger stellen Fragen

Immer wieder meldeten sich derzeit besorgte Bürger beim Wasserzweckverband. Dann gehe es um Nachfragen zur Unbedenklichkeit des Wasser oder Spezialfragen wie: Kann das Wasser für Babynahrung verwendet werden? Michael Wilde, für den die aktuelle Situation auch nicht gerade ein "Normalfall" ist, verweist dann sicherheitshalber auf den Hausarzt.

Durch die Chlorung seien die Trinkwasser-Werte prinzipiell eingehalten. Ein sogenanntes Abkochgebot, das Gesundheitsämter verhängen können und das das Abkochen des Wasser vor dem Trinken empfiehlt, besteht nicht.

Keime stammen von Fäkalien

Bei den Bakterien, die festgestellt wurden, handelt es sich um sogenannte coliforme Keime, die von Fäkalien stammen. Diese Bakterien dienen laut der Trinkwasserverordnung als Indikator für Verschmutzung.

Werden in einer Wasserprobe erhöhte Werte festgestellt, müssen Maßnahmen wie eine Chlorung getroffen werden, um die Bakterien abzutöten. Von der Chlorung betroffen sind derzeit: Helmhof, Untergimpern, Obergimpern, Wollenberg, Siegelsbach, Hüffenhardt, Kälbertshausen, Haßmersheim, Neckarmühlbach, Bad Rappenau, Zimmerhof, Heinsheim, Bonfeld, Fürfeld, Babstadt, Treschklingen, Grombach, Gemmingen, Stebbach, Offenau, Duttenberg.

 


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