Immer mit Herzblut dabei

Kirchardt/Bad Rappenau  Nach zwölf spannenden Jahren macht der Kulturverein Grokus am Jahresende Schluss. Der Vorstand ist in die Jahre gekommen und hat keine Nachfolger gefunden.

Von Gabriele Schneider
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Immer mit Herzblut dabei

Der Kulturverein Grokus schließt bald für immer seine Pforten: Horst Grupe (von links), Gisela Linde, Claus-Dieter Barg, Annelie Barg, Eberhard Bauer.

Foto: Gabriele Schneider

Insgesamt 68 Matineen und sieben Kirchenkonzerte hat der Kulturverein Grokus von 2007 bis 2019 gestemmt. Nun ist Schluss: Die entspannten und entspannenden Mixturen aus kulturellem Highlight und kalt-warmem Büffet enden am 11. November mit einem Abschiedskonzert in der evangelischen Kirche in Kirchardt.

Nachdem ein Weinhändler aufgab, der in seiner Scheune - umrahmt von kleinen Kulturevents - Wein verkauft hatte, lud Dr. Hartmut Schindehütte 2007 einige Kulturfreunde zu sich ein. Idee des Hauseigentümers war es, in der Scheune weiter Kultur anzubieten. Wenig später war Schindehütte Vorsitzender des neu gegründeten Vereins, Stellvertreter Claus-Dieter Barg übernahm im Folgejahr das Ruder.

Fast jede Matinee ausverkauft

Der Vereinsname Grokus bedeutete "Grombacher Kulturscheune". Ziel der Macher war es, anspruchsvolle Kulturveranstaltungen unterschiedlicher Genres in Form von Matineen anzubieten. Die erste lockte auf Anhieb 63 Gäste in die Kulturscheune. Es dauerte nicht lange, bis fast jede Matinee ausverkauft war. "Mundpropaganda ist die beste Werbung", weiß Eberhard Bauer, der mit Annelie Barg den Programmausschuss bildet.

Anfangs befand sich das damals noch kleine Buffet hinten in der Scheune, die mit der Zeit immer weiter ausgebaut und vergrößert wurde und mit ihrem Ambiente bis zum Schluss begeisterte. 2011 fand das erste Konzert außerhalb der Scheune statt, in einer Kirche.

Ehrenamtliche hängen sich voll rein

So überzeugt von Grokus waren viele Mitglieder, dass sogar diejenigen, die beim Aufbau oder beim Herstellen und Präsentieren des Buffets Hand anlegten, in den ersten Jahren den vollen Eintritt zu den Veranstaltungen zahlten. "Dass wir das so machten, ist einer der Gründe für unseren Erfolg", ist Bauer sicher. Und Horst Grupe, bei Grokus für die Technik zuständig, fügt hinzu: "Ja, das Wichtigste ist, dass alle mit Herzblut und Freude dabei sind." Auch für viele Künstler sei ein Auftritt bei Grokus nicht nur Arbeit. "Es ist für sie auch ein Ort, um den Radius ihrer Auftritte zu erweitern", so Claus-Dieter Barg.

Als Beispiel nennt er Christian Habekost, der 2011 bei Grokus erstmals in der Region spielte. "Im Laufe der Zeit bewarben sich immer mehr Künstler bei uns", erzählt Bauer, der mit Annelie Barg 95 Prozent aller Veranstaltungen live sah, bevor sie sich für ein Gastspiel entschieden. Als Hausbesitzer Schindehütte dem Verein 2017 die Nutzung der Scheune kündigte, suchte Grokus lange nach einer neuen Heimat. Die Wahl fiel schließlich auf Kirchardts evangelisches Gemeindehaus.

Alter Name mit neuer Bedeutung

Dort zog der Verein 2018 ein. Ab diesem Zeitpunkt lautet die Namens-Auflösung für Grokus "Großer Kulturspaß im Kraichgau". Der Raum war groß genug für die meist über 100 Gäste und barrierefrei, es gab eine Küche. Und eine örtliche Firma stellte kostenlos ein Lager für Material und Technik zur Verfügung.

"Doch jetzt lassen wir es ausklingen", sagt Claus-Dieter Barg. "Unsere Kraft ist ein wenig aufgebraucht." Schließlich seien alle über 70. "Wir fanden leider keine Nachfolger für den Vorstand", bedauert Kassiererin Gisela Linde. Nur wenn sich Leute meldeten, die künftig im Vorstand mitmachen wollten und "etwas von der Sache verstehen", könnte Grokus vielleicht noch gerettet werden, meint Horst Grupe. Es brauche allerdings auch "ein neues Konzept, auf jeden Fall aber eine Idee für eine neue Lokalität", sinniert Eberhard Bauer.


Abschiedskonzert steigt im November

Am Sonntag, 10. November, 17 Uhr, spieen Darius M. Hummel und Band in der evangelischen Kirche in Kirchardt Welthits aus Rock, Pop, Jazz, Klassik. Karten bei Schreibwaren Maisenhölder, Kirchardt, Passepartout, Bad Rappenau, Buchhandlung Müller, Eppingen, Buchhandlung Doll, Sinsheim.


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