Großes Interesse an Debatte der Kandidaten

Zaberfeld  Tourismus, Öffentlicher Nahverkehr, Umweltschutz: Das waren zentrale Themen beim Stimme-Wahlforum am Mittwochabend in Zaberfeld. Fast 400 Zuhörer verfolgten in der Mehrzweckhalle die Diskussionsrunde mit den Bürgermeister-Kandidaten Diana Kunz, Fabian Kienzle und Joachim Klein.

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Großes Interesse an Debatte der Kandidaten

Stellten sich in Zaberfeld den Fragen der Redakteure: Die Bürgermeister-Kandidaten Diana Kunz, Joachim Klein (Mitte) und Fabian Kienzle.

Foto: Dennis Mugler

Zu viel oder genau richtig? Bei der Zahl der Badegäste, die sich in der Saison an der Ehmetsklinge tummeln, gehen die Meinungen im Ort auseinander. "Ich würde den Tourismus eher bremsen", sagte Joachim Klein, der sich wie seine Mitbewerber den Fragen der Stimme-Redakteure Elfi Hofmann und Friedhelm Römer stellte. Klein, der in Pfaffenhofen lebt, sprach sich dafür aus, Autofahrer am See "zur Kasse zu bitten". Parkgebühren sind auch für Fabian Kienzle ein probates Mittel. Tagesbesucher hinterließen oft "eine Müllhalde", so der Kandidat aus dem Eppinger Stadtteil Kleingartach. Besucher sollten an den Kosten beteiligt werden, die für die Beseitigung der Abfälle anfallen.

Tourismus fördern oder bremsen?

Für Diana Kunz steht im Fokus, wie die Tagesgäste in die Ortsmitte zu lotsen sind. "Bestenfalls machen wir sie zu Übernachtungsgästen", sieht Kunz, die als Geschäftsbereichsleiterin im Eppinger Rathaus arbeitet, großes Potenzial für die 4000-Einwohner-Gemeinde.

Wenn die Gäste mit der Bahn kämen? Gegen die viel diskutierte Reaktivierung der Zabergäubahn hätte keiner der Kandidaten etwas einzuwenden. Der Bund pumpt Milliarden in den Schienenverkehr, die Befürworter sind zuversichtlich. Noch steht der Nachweis aus, dass die Bahn wirtschaftlich ist. Bald sollen Ergebnisse vorliegen.

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Eine Analyse des Abends lesen Sie in der Freitagausgabe unserer Zeitung.

"Diese Bewertung müssen wir abwarten", sieht Diana Kunz die Initiative noch nicht auf Seiten der Kommune. "Es werden sich für Zaberfeld finanzielle Grenzen auftun." Die Zahlen müsse man abwarten. Für eine umfassende Betrachtung warb Fabian Kienzle, der als technischer Betriebswirt im Kernkraftwerk Neckarwestheim arbeitet. "Es geht nicht nur um die Bahn", nahm Kienzle den Busverkehr in den Blick. Die Anbindung an die Schiene müsse stimmen. Die Busverbindung nach Eppingen habe sich verbessert. Beim Projekt Bahn-Reaktivierung stehe Zaberfeld nicht alleine. "Wir müssen schauen, ob die anderen Gemeinden mitmachen."

Zabergäubahn ist ein zentrales Thema

Joachim Klein will, dass die Zaberfelder das letzte Wort haben. "Ich kann mir eine Bürgerbefragung oder einen Bürgerentscheid vorstellen", skizziert der studierte Maschinenbauer seine Pläne. Er selbst bekennt sich zur Zabergäubahn als "Wunschprojekt". Ziel müsse sein, "mehr Leute vom Auto auf die Schiene zu bringen".

Das Thema Umweltschutz geht alle an - hier war sich das Trio einig. Während Kienzle den Trend zu Steingärten kritisierte und Klein etwa das Absinken des Grundwasserspiegels als Problem schilderte, lobte Diana Kunz das Projekt der Jahrgangsbäume, die für Neugeborene in Zaberfeld gepflanzt werden. Platz für weitere Bäume hat sie ausgemacht: in der Zaberaue, die sie aufwerten will.


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Kommunalpolitik, Verkehr und den Kraichgau.

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