Glasfaserleitung kommt nach Elsenz

Eppingen  Was die Internetverbindung angeht, ist in Eppingen niemand so leidgeprüft wie die Elsenzer. Jetzt soll der Ort den Anschluss ans Breitband-Zeitalter finden.

Von Alexander Hettich
Glasfaserleitung kommt nach Elsenz

Elsenz vom See aus gesehen: Der Eppinger Stadtteil hat einiges zu bieten, schnelles Internet gehört bislang nicht dazu.

Foto: Archiv/Hettich

 Mithilfe einer Förderzusage des Landes treibt die Stadt den Bau einer Glasfaserleitung voran. Auch Rohrbach wird profitieren.

Ortsvorsteher: Katastrophale Zustände

Mehrmals hatte der Elsenzer Ortsvorsteher Mike Frank gegenüber unserer Zeitung von "katastrophalen Zuständen" berichtet. Wenn potenzielle Bauherren fragen, wie die Internetanbindung sei, muss er antworten: 0,8 bis zwei Mbit pro Sekunde. Damit sei für viele Elsenz als Wohnort schon keine Option mehr. Jetzt ist Abhilfe in Sicht.

Vergangene Woche nahm die Stadt den Förderbescheid in Empfang: Rund 953.000 Euro steuert Stuttgart aus einem Breitband-Fördertopf zu einem Projekt bei, das Eppingen schon länger vorantreibt. Die Stadt selbst muss eine Viertelmillion der 1,2 Millionen Euro Gesamtkosten aufbringen.

Förder-Million des Landes gibt Schub

Jetzt steht die Finanzierung. "Wir bauen", stellt Bürgermeister Peter Thalmann klar. Wann genau Elsenz aus dem Internet-Schatten geholt wird, kann er noch nicht sagen. Im Frühjahr 2019 sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. Dann wird von zwei Verteilknoten in der Kernstadt aus eine Glasfaserleitung über das Rohrbacher Gewerbegebiet Wiesental nach Elsenz gelegt. Telekommunikationsunternehmen können den Ort dann mit schnellem Internet versorgen, sie zahlen Miete für die Nutzung der neuen Leitung an die Stadt.

Zuversichtlich, dass sich Anbieter findet

Bürgermeister Thalmann ist überzeugt, dass sich auch ein Anbieter findet. "Das ist für jeden interessant, da wohnen 2000 Leute." Dass Elsenz bei der Netzanbindung trauriges Schlusslicht ist, hat mit einer Besonderheit zu tun. Anderes als Eppingen und vier Stadtteile, die zum Ortsnetz 07262 gehören, ist Elsenz dem Sinsheimer Stadtteil Hilsbach zugeordnet und hat die Vorwahl 07260. Von Hilsbach aus müsste auch der Ausbau der Telekom erfolgen, das geschah aber nicht.

"Wir machen da seit Jahren rum", sagt Thalmann, "mit der Situation in Elsenz waren wir immer unzufrieden." Nun muss einmal mehr öffentliches Geld fließen, um den Breitbandausbau voranzutreiben. Schon früher war die Stadt in Vorleistung gegangen, hatte etwa ein Leerrohr nach Kleingartach legen lassen. Mittlerweile wird es auch genutzt und bringt zeitgemäße Bandbreiten bis 100 Mbit pro Sekunde.

Telekom geht Ausbau in Eppingen an

Dasselbe gilt laut Thalmann auch für die Kernstadt, Mühlbach und Rohrbach. Wobei in Rohrbach nicht alle Betriebe im Wiesental die Leistung haben, die sie brauchen. Sie sollen ebenfalls von der neuen Leitung profitieren. In Adelshofen und Richen hat schon einmal öffentliches Geld dem Internet auf die Sprünge geholfen. Hier soll laut Thalmann ein weiterer Ausbau ab Ende 2019 erfolgen. Früher sei es aufgrund der Förderrichtlinien, die dem ursprünglichen Ausbau zugrunde lagen, gar nicht möglich. Die Telekom steht in den Startlöchern, sie hat den Ausbau in Eigenregie im ganzen 07262-Netz zugesagt - nur eben nicht für Elsenz.

 

 


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