Gemeinderat stärkt Bürgerbus-Projekt

Eppingen  Das Bürgerbus-Projekt bekommt weiteren Rückenwind von der Stadt Eppingen. Der Gemeinderat hat am Dienstag mit einer Gegenstimme den Beitritt der Kommune zum "BürgerBus-Verein Eppingen e.V." beschlossen.

Von Christoph Kraft
Email
Gemeinderat stärkt Bürgerbus-Projekt

Nächster Halt Bürgerbus: Das Projekt in Eppingen kommt voran.

Foto: dpa

Oberbürgermeister Klaus Holaschke sprach von einem "ideellen Zeichen" und einer "positiven Initiative". Er dankte allen, die im Verein ein Amt übernommen haben, besonders dem Vorsitzenden Reinhard Ihle und dem Initiator Lothar Schlesinger, und lobt das bürgerschaftliche Engagement.

Angebot soll 2020 an den Start gehen

Vor der Abstimmung hatte Holaschke den Fortschritt des Projekts kurz skizziert. Am 19. März hatte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss gefasst. Im April wurde dann beim Aktionstag "Mobilität im Alter" ein Fahrzeug präsentiert. Am 3. Juni gründete sich der Bürgerbus-Verein mit zunächst 29 Mitgliedern.

Ende 2020 soll der von Ehrenamtlichen gesteuerte Bürgerbus das erste Mal unterwegs sein. Geplant ist, dass er werktags stündlich von 8.30 bis 18 Uhr und an Samstagvormittagen fährt. Dabei verbindet er auf zwei Routen die Kernstadt mit Wohngebieten und Seniorenheimen. Die Stadt hat bereits zugesagt, das Fahrzeug zu finanzieren, auch wenn es dahingehend noch Hürden gebe, wie Holaschke sagte. So hofft der Verein auch auf einen Zuschuss in Höhe von 35 000 Euro von der L-Bank. Da es zu keinerlei Fragen oder Kommentaren vor der Abstimmung kam, konnte der Beitritt der Stadt sofort abgestimmt werden. Bei einer Gegenstimme wurde der Antrag beschlossen.

Kritik an Beschränkung auf Kernstadt

Es gibt aber auch Kritik am Projekt. CDU-Stadtrat Anton Varga, der sich schon früher skeptisch geäußert hatte, stimmte gegen den Beitritt der Stadt zum neu gegründeten Verein. Er sieht für das Projekt keinen Bedarf, wie er gegenüber unserer Zeitung erläuterte.

Außerdem würden sich nicht genug ehrenamtliche Fahrer finden lassen, so seine Befürchtung, Dazu komme, dass nur die Zentralstadt angebunden sei, nicht aber Ortsteile. Er sprach von einer "Abstufung innerhalb des ländlichen Raumes". Diese Abstufung werde lokal praktiziert, obwohl sie in Bezug auf das Verhältnis von Bund und ländlichen Gebieten kritisiert werde. Er machte sich für einen Bürgerbus stark, der das ganze Stadtgebiet umfasse. Insgesamt sei das Projekt "unausgegoren", das Geld fehle dafür an anderen Stellen.

Bad Rappenau hat freilich die Erfahrung gemacht, dass der Anspruch eines Bürgerbusses für die gesamte Stadt auch ein bremsklotz sein kann. Dort kommt das Projekt nicht richtig in die Gänge. Dass auch weiter vom Stadtzentrum entfernte Ortsteile im Fokus stehen, hatte Holaschke bereits im März klargestellt. Das gehe jedoch nicht ohne Initiativen aus den Ortsteilen.


Kommentar hinzufügen