Frisbee-Spieler Bad Raps feiern 25. Geburtstag

Bad Rappenau  Acht Mal in Folge haben sich die Bad Skits schon die Deutsche Meisterschaft geholt. Ihre Wurzeln haben die erfolgreichen Frisbee-Spieler in Massenbach und in Bad Rappenau. In diesem Jahr feiern die Bad Raps 25. Geburtstag.

Von Ulrike Plapp-Schirmer

Frisbee-Spieler Bad Raps feiern 25. Geburtstag
Mark Kendell ist happy, weil er gerade die WM in Heidelberg hinter sich hat. Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Fragt man Wolfgang Flohr, was Frisbee für ihn bedeutet, sagt er: "Frisbee ist mein Leben." Sein Freund und langjähriger Teamkollege Florian Schittkowsky drückt es nicht anders aus.

Frisbee, das ist Bewegung, das ist Ausdauer, das ist Kraft. Das ist aber auch Spaß, und das ist Freundschaft. Geschmiedet bei den Bad Raps, die in diesem Jahr 25 Jahre alt werden. Wolfgang Flohr und Robin Müller, der Leiter der Abteilung Frisbee im TV Bad Rappenau, haben zusammen angefangen. Florian Schittkowsky kam ein paar Wochen später dazu.

Es Frisbee ein Rand- oder Trendsport?

"Frisbee ist immer noch ein Randgruppensport", sagen die drei, auch wenn im Blättle neulich von "Trendsportart" die Rede gewesen sei. 25 Jahre. Ein Vierteljahrhundert. Kurz gibt es eine Diskussion, ob das sein könne, denn offiziell gibt es die Abteilung Frisbee im TV Bad Rappenau erst seit 1995.

Doch Robin Müller erinnert sich an die Anfänge, als er während des Studiums schon Frisbee spielte und auf Turnieren den Texaner Mark Kendell kennenlernte. Der hatte sich in Massenbach niedergelassen. Kendell suchte einen, der bei der AOK Gesundheitswoche in Bad Rappenau Frisbee anbietet. Müller klapperte die Schulen nach Teilnehmern ab.

Für einen Wurf durch den Hula-Hoop-Reifen gab es eine Medaille 

"Es ging ums Hin- und Herwerfen, ums Werfen der Scheibe durch einen Hula-Hoop-Reifen. Wer getroffen hatte, bekam eine Bäderlauf-Medaille. Die Schulen waren etwas skeptisch. Ich glaube, die hielten mich für einen Vertreter", sagt Robin Müller grinsend. Und Florian Schittklowsy erzählt ihm, dass er sich an diesen Auftritt noch erinnern könne.

60 junge Leute kamen zu den Gesundheitstagen. "Eine handvoll blieb hängen." Immer dienstags und freitags, 17.30 bis 20 Uhr, wird im Waldstadion auf dem großen Spielfeld trainiert.

Der dritte Platz bei der WM war das beste Ergebnis, das Wolfgang Flohr eingefahren hat. Seit zehn Jahren spielt er nicht mehr, weil der Sport ihn in die Knie gezwungen habe, sagt er: "Auf dem Platz geht es hart zur Sache. Anschließend sitzt man wieder zusammen und lacht." Robin Müller war der Spieler-Trainer und Freund: Ohne ihn, sagen Wolfgang Flohr und Florian Schittkowsky, wären wir nicht so lange dabei geblieben. Ultimate Frisbee ist ein Mannschaftssport.

Frisbee-Spieler finden ihren Sport athletischer als Fußball

Laufen, springen, fangen, bücken und eine Lücke suchen. Abspielen und die Scheibe ins Ziel bringen, ohne sie fallen zu lassen: Ultimate orientiert sich an den Regeln des American Football. "Frisbee ist athletischer als Fußball", meint Robin Müller. Ein Ultimate-Profi könne mit einem Fußballprofi locker mithalten. "Weite Laufwege. Präzises Abspiel. Das ist auch im Frisbee wichtig", so Müller.

Mark Kendell taucht auf. Der Amerikaner schaut sich regelmäßig Spiele der Bad Raps, der Bad Chicks - und natürlich der Bad Skits an, einer Spielgemeinschaft aus Bad Rappenauern, Heilbronnern, Gemmrigheimern, Bönnigheimern und Massenbacher Sportlern.

Die Frisbee-Abteilung braucht nicht nur Stars 

"Der Hype begann 2000, als Mark die Frisbee-WM nach Heilbronn holte", erzählt Robin Müller. Acht Mal in Folge gewannen die Bad Skits seitdem die deutsche Meisterschaft. Doch die Frisbee-Abteilung des TV Bad Rappenau braucht nicht nur Stars. "Im Verein", sagt Robin Müller, "gibt es für jeden eine Aufgabe."

Frisbee sei ein fairer Sport, betont Christian Hocher, der die erste Mannschaft coacht und auch organisatorische Aufgaben übernimmt: "Das zieht sich von Anfang bis Ende durch." Geschenkt bekommt man in dieser Sportart nichts. "Wer im Sport gut sein will, muss arbeiten. Das ist wie bei einem Instrument. Das fällt auch nicht vom Himmel", sagt Robin Müller.

 

Sieben Spieler pro Team 

Ultimate ist ein Laufspiel, bei dem sich zwei Teams mit je sieben Spielern gegenüberstehen. Gespielt wird in der Regel auf der Länge und der halben Breite eines Fußballfeldes. An den langen Enden befinden sich wie beim American Football zwei tiefe Endzonen. Die Person, die die Scheibe hat, hat zehn Sekunden Zeit weiterzuspielen. Für sie ist dabei nur ein Sternschritt erlaubt. Alle anderen Spieler dürfen sich frei bewegen. Landet ein Pass auf dem Boden, im Aus oder wird von der gegnerischen Mannschaft abgefangen, wechselt der Scheibenbesitz.

 

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