Freie Wähler verdrängen SPD in Eppingen von Platz zwei

Eppingen  Freie Wähler und Grüne sind die Gewinner der Kommunalwahl in Eppingen. CDU und SPD erleiden Stimmenverluste. Die Kraftverhältnisse im Gremium, das auf 29 Mitglieder angewachsen ist, ändern sich.

Von Alexander Hettich
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Viel Arbeit wartete auf den Wahlausschuss in Eppingen: Gegen 17.15 Uhr am Montag stand das Ergebnis der Gemeinderatswahl fest.

Foto: Alexander Hettich

Die Freie Bürger-Wählervereinigung (FBW) legt um mehr als fünf Prozentpunkte zu und stellt künftig acht statt sechs Stadträte. "Ich bin total überwältigt", freute sich Fraktionssprecher Jörg Haueisen in einer ersten Reaktion über das gute Abschneiden. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir die Chancen haben, da vorbeizukommen."

Die Freien Wähler holten etwa mit Timo Renz einen Sitz im Stadtteil Elsenz, wo die SPD anders als noch 2014 leer ausging.

SPD: Bundestrend schlägt durch

Die SPD verliert einen ihrer bislang acht Sitze. Entsprechend groß war die Enttäuschung am Montagabend bei den Sozialdemokraten. "Wir bekommen den Bundestrend ab", sieht Hartmut Kächele die Gründe vor allem in Bund und Land. Der SPD-Fraktionssprecher sieht die Hausaufgaben gemacht. "Wir waren eine der kreativsten Fraktionen." Trotzdem wolle man jetzt prüfen, ob man im Wahlkampf die richtigen Themen gespielt habe. "Natürlich", so Kächele, "müssen wir uns hinterfragen."

Klaus Scherer von der CDU betonte: "Nicht alles geht über das Parteibuch". Der allgemeine Trend sei ein Faktor, aber nicht der einzige. "Bei uns sind Leute nicht mehr angetreten, die richtige Stimmenbringer waren." Dazu gehört die frühere Fraktionsvorsitzende Margarete Lang, die vor fünf Jahren noch annähernd 5000 Stimmen geholt hatte. Diesmal ist Klaus Scherer Stimmenkönig, 6899 Wähler votierten für ihn. "Das freut mich persönlich", sagt er. Dennoch überwiege die Enttäuschung über das Abschneiden der Eppinger CDU.

In den Stadtteilen ist die Union traditionell stark, bringt auch diesmal wieder Kandidaten in Rohrbach, Richen, Elsenz, Kleingartach und Mühlbach durch. In der Kernstadt schaffte es hingegen Carmen Probst nicht mehr ins Gremium. "Damit muss man immer rechnen", sagte sie am Rande der Auszählung. "Das ist Demokratie."

Grüne erstmals mit fünf Stadträten

In Feierlaune waren die Eppinger Grünen. Erst 2014 hatten sie Fraktionsstatus erobert und erstmals drei Stadträte ins Gremium geschickt. Jetzt sind es derer fünf.

Tatjana Hilker und Ulrike Stahl sind neu dabei und verstärken das Trio Anna Mairhofer, Peter Wieser und Brigitte Hilker. "Glaubwürdig bleiben über die Jahre", das sieht Peter Wieser als Erfolgsrezept. Obwohl auf Rang drei der Liste, holte er mit 4102 die meisten Stimmen für die Grünen. Beim Frauenanteil auf der Liste lagen die Grünen mit 71 Prozent Kandidatinnen weit vor der Konkurrenz.

Der Eppinger Gemeinderat zählt erstmals 29 Mitglieder. Drei Ausgleichssitze kommen aufgrund der sogenannten Unechten Teilortswahl hinzu. Das Verfahren garantiert den Stadtteilen eine bestimmte Anzahl an Vertretern. Spiegelt sich die Sitzverteilung aber nicht im prozentualen Anteil wider, wird das ausgeglichen. Die SPD erhält einen Ausgleichssitz, die Grünen zwei.

Die AfD hatte in Eppingen keine eigene Liste aufgestellt - mangels Kandidaten, wie es aus der Partei hieß. Ein Faktor hätte die AfD im Gemeinderat werden können, bei der parallel stattfindenden Europawahl holte sie in der Fachwerkstadt fast 15 Prozent der Stimmen.

 


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