Erste OB-Bewerbung abgegeben

Bad Rappenau  Sechseinhalb Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl in Bad Rappenau beginnt sich das Kandidatenkarussell zu drehen. Mit Gordan Pendelic aus Zimmerhof hat der erste Bewerber seine Unterlagen im Rathaus abgegeben.

Von Peter Boxheimer

Erste OB-Bewerbung abgegeben

Für mehr Einwohner und neue Gewerbeflächen: Gordan Pendelic. Foto: privat/Ivo Kljuce

 

Sechseinhalb Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl in Bad Rappenau beginnt sich das Kandidatenkarussell zu drehen. Mit Gordan Pendelic aus Zimmerhof hat der erste Bewerber seine Unterlagen im Rathaus abgegeben. Sebastian Frei, der seine Kandidatur schon vor einigen Wochen angekündigt hat, will in den nächsten Tagen folgen.

In den vergangenen vier Wochen sei sein Entschluss gereift, bei der Wahl anzutreten, sagt der 46-jährige Pendelic. Es gehe um die Frage, wie Bad Rappenau für die Zukunft weiterentwickelt werden könne. Und da hat der verheiratete Familienvater mit zwei Töchtern im Alter von elf und zwölf Jahren klare Vorstellungen. Vor zweieinhalb Jahren gründete er auf Facebook die lokale Gruppe Nachbarschaftshilfe - Aufmerksamkeit, die inzwischen mehr als 2000 Mitglieder zählt.

"Das hat sich stark zu einer kommunalen Plattform entwickelt", betont der in Neckarbischofsheim geborene Kroate, der schon immer in der Kurstadt wohnt. Von Kindertagesstätten über Mobilität bis zum Wohnraum werden hier viele Themen diskutiert, die die Menschen beschäftigen. So reifte in Pendelic der Gedanke, als OB zu kandidieren.

Erfahrung in der Mitarbeiterführung

Beruflich ist er als leitender Angestellter des französischen IT-Dienstleisters Atos rund um den Globus unterwegs. "Dadurch habe ich viele Kontakte zu Wirtschaft und Politik", betont der gläubige Katholik. Er sei zwar verwaltungsfremd, besitze aber große Erfahrung in der Mitarbeiterführung.

Wachstum ist für Pendelic ein zentrales Ziel. Für die Kurstadt strebt er in den nächsten zehn Jahren 22.000 bis 24.000 Einwohner an. Großer Handlungsbedarf bestehe bei den Gewerbeflächen, damit neue Betriebe angesiedelt werden könnten: "Bad Rappenau braucht Einnahmen. Dann geht es uns allen besser." Absolut unbefriedigend sei die Wohnungssituation, dringend nötig die gymnasiale Oberstufe.

Sicherheit und Internet

Schnelles Internet auch in den Teilorten ist für den gelernten Prozessleitelektroniker unabdingbar. "Sie sind regelrecht von der Kernstadt abgeschnitten", moniert er. Das Thema Sicherheit spielt für Gordan Pendelic ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Polizeiposten in Bad Rappenau müsse "definitiv" 24 Stunden am Tag besetzt sein, fordert er: "Es kann nicht sein, dass wir 40 Minuten in der Nacht auf Beamte warten sollen."

Pendelic, dessen Eltern Ende der sechziger Jahre als Gastarbeiter in den Kraichgau gekommen sind, fühlt sich in der Kurstadt wohl. "Ich kenne hier jeden Stein", bekräftigt er. "Das ist Heimat für mich."

Seine Bewerbung noch nicht abgegeben hat der Jurist Sebastian Frei aus Bad Rappenau. "Gegen Ende der Woche" werde er dies offiziell tun, teilte der 36-Jährige auf Anfrage mit. Er habe zuvor Kontakt mit Vereinen und Bürgern aufgenommen und sei viel in Bad Rappenau unterwegs gewesen, um sich ein erstes Bild zu verschaffen. Es sei ihm darum gegangen, sich zunächst einmal umzuhören und zuzuhören: "Ich wollte einen Eindruck bekommen, was die Bürger wünschen, wollen und brauchen."