Eppingen will Beauftragten für Klimaschutz

Eppingen  Heilbronn hat längst einen, Neckarsulm und viele andere Kommunen auch. In Eppingen soll sich ebenfalls ein Klimaschutzbeauftragter um die Energiebilanz der Kommune kümmern. Nur wann?

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Eppingen will Beauftragten für Klimaschutz

Wie sieht der Energie-Mix der Zukunft aus? Auch das ist eine Frage, die einen Eppinger Klimaschutzbeauftragten beschäftigen wird.

Foto: Archiv/Hettich

Klimafragen werden auch auf kommunaler Ebene immer wichtiger. Vor seiner Wiederwahl im Januar hatte Holaschke im Interview mit unserer Redaktion angekündigt, er wolle das Thema auch personell im Rathaus repräsentiert sehen. Ganz so schnell geht es nicht. "Für 2020 ist die Stelle im Haushalt nicht vorgesehen", so der OB.

Derzeit sei man intern an der Abstimmung und prüfe Stellenprofile. Holaschke sieht "eine Querschnittsaufgabe", die viele Bereiche berühre. Das energiesparende Bauen kann ebenso dazugehören wie der Ausbau der Solarstromanlagen oder Vereinbarungen mit auf Energieversorgung spezialisierten Dienstleistern, das sogenannte Contracting.

Stadt strebt Zertifikat an

Irgendwann, so Holaschkes Ziel, soll Eppingen für seine Bemühungen um den Klimaschutz ein Zertifikat erhalten, ob es dann "klimaaktive Kommune" heißt oder einen anderen Titel trägt. Die Fachwerkstadt hat dabei einen besonderen Hebel, um auf den Energiemix Einfluss zu nehmen. Die Stadtwerke, an denen die Kommune die Mehrheit trägt, haben den Ausbau alternativer Energien zuletzt forciert. So entstand bei Rohrbach der erste Eppinger Solarpark auf freiem Feld.

Kritikern geht der Ausbau freilich nicht schnell genug voran. Wie wichtig Klimafragen in Kommunen werden, zeigte sich jüngst an einer Debatte im Gemeinderat, die überraschend emotional geriet. Eppingen stellt einem Landwirt Wasser aus einem Brunnen zur Verfügung, um Äcker zu berieseln. Gegner, vor allem aus den Reihen der Eppinger SPD, sahen darin ein völlig falsches Signal in Zeiten des Klimawandels.

Personal für Klimaschutzfragen anzustellen "liegt bei den Kommunen im Trend", weiß Holaschke. In vielen Kommunen gibt es solche Stellen schon. In Neckarsulm hat der städtische Klimaschutz- und Energiebeauftragter Steffen Plank vergangene Woche seinen Tätigkeitsbericht vorgestellt.

Andere Städte haben schon eine solche Stelle

Kernfrage dabei: Wie kommt Neckarsulm der CO2-Neutralität näher? Von diesem Ziel ist Neckarsulm noch weit entfernt, die Umrüstung auf LED-Beleuchtung und anderen Maßnahmen zeigen aber erste Erfolge. Heilbronn hat sogar seit 2011 eine sogenannte Klimaschutzleitstelle, verbunden mit dem Ziel, den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent zu senken.

Da liegt Heilbronn gut im Rennen, 2015 lag der CO2-Rückgang bereits bei 18 Prozent. Derzeit arbeitet die Stadt an einem neuen Klimaschutz-Masterplan unter Beteiligung der Bürger.


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Kommunalpolitik, Verkehr und den Kraichgau.

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