Eppingen verhängt Ausgangsbeschränkung

Eppingen  Öffentliche Plätze sind ab Samstag tabu, damit geht die Fachwerkstadt weiter als jede andere Gemeinde im Landkreis. Es gibt allerdings Ausnahmen.

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Eppinger Marktplatz: Bis zum 19. April wird er meist menschenleer sein. Die Stadt hat ein Betretungsverbot für öffentliche Orte erlassen.

Foto: Archiv

Eppingen geht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einen Schritt weiter als das Land. Die Stadt hat ein Betretungsverbot für öffentliche Orte verhängt, das von Samstag an gilt. Die Feuerwehr wird durch die Straßen fahren und die Bevölkerung mit Lautsprecherdurchsagen auf die Regeln aufmerksam machen.

Öffentliche Orte sind tabu

Zu den öffentlichen Orten, die tabu sind, zählen "insbesondere Straßen, Wege, Gehwege, Plätze, öffentliche Grünflächen und Parkanlagen", heißt es in der Allgemeinverfügung, gültig ab Samstag.

Ausnahmen gibt es etwa bei Gefahrenlagen, aus medizinischen Gründen, zur Betreuung anderer Personen, zum Einkauf oder aus beruflichen Gründen. Öffentliche Orte dürfen alleine, zu zweit oder mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren weiterhin betreten werden.

Wer einkaufen, zur Arbeit oder gemäß Ausnahme zu zweit spazieren geht, hat grundsätzlich einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen einzuhalten. Bus und Bahn dürfen nur noch in den genannten Ausnahmefällen benutzt werden, auch hier gilt der Mindestabstand. Die Verfügung gilt vorläufig bis zum 19. April.

Kontrollen werden durchgeführt

Polizei und Vollzugsdienst führten Kontrollen durch, heißt es. Eppingen verhängt damit eine "Ausgangssperre light", wie es Freiburg am Tag zuvor getan hatte. Ähnliche Regelungen gibt es in Gemeinden des Landkreises Karlsruhe, etwa Kürnbach und Bretten. Kürnbach nennt seine Verfügung "Ausgangssperre", sie gleicht jener Eppingens aber fast im Wortlaut. So weit wie Eppingen geht bislang keine Gemeinde im Landkreis Heilbronn, sagt Manfred Körner, Sprecher des Landratsamtes, am Freitagabend. Auch aus dem Hohenlohekreis ist nichts Vergleichbares bekannt.

Weiter als die Landesverordnung

"Die Landesverordnung geht nicht weit genug", erläutert Rathaussprecher Sönke Brenner die Beweggründe des Krisenstabs im Eppinger Rathaus. Es sei möglich, dass am Montag bundesweite Ausgangssperren verfügt würden, die dann am Dienstag in Kraft träten: "Wir wollen aber keine fünf Tage mehr warten", betont Brenner.

 

 

 

 


Hettich

Alexander Hettich

Stellvertretender Leiter der Regionalredaktion

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Verkehrsthemen, über Kommunalpolitik und Heilbronn.

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