Eppingen: Vereint im Haus der Diakonie

Eppingen  Sozialstation, Diakonisches Werk, Hospizdienst und IAV-Beratungsstelle sind ab sofort im neuen Haus der Diakonie zu finden. Am Sonntag ist in der Kaiserstraße 14 Tag der offenen Tür.

Von Christine Faget

Eppingen: Vereint im Haus der Diakonie

Mit dem neu angeschafften E-Lastenrad vor dem Haus der Diakonie: Gisela Jungels (links), Jochen Bach, Karl Müller, Martina Goldner und Werner Hockenberger.

Foto: Faget

Nach einem Jahr Bauzeit und rund einer Million Euro Kosten für den Anbau ist es geschafft: In der Kaiserstraße 14 in Eppingen öffnet das Haus der Diakonie. Unter diesem Namen sind von nun an verschiedene Dienste unter einem Gebäudedach vereint.

Die drei Mitarbeiter des Diakonischen Werks sind aus dem Gemeindehaus aus- und in das gemeinsame Haus eingezogen. Schwangere und Menschen mit Geld- oder Behördenproblemen können sich von nun an in den hellen Büros in der Kaiserstraße 14 beraten lassen. Die Sozialstation belegt die Räume im Obergeschoss. Außerdem sitzen der Kirchlich-Ambulante Hospizdienst und die IAV-Beratungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen mit im Gebäude. Früher hätten manche Menschen nicht gewusst, was sie wo finden, erzählt Jochen Bach, der das Diakonische Werk leitet. Nun könnte man die Leute einfach ein paar Zimmertüren weiter schicken.

Räume zum Umkleiden und zum Austauschen

Davon gibt es im neuen Gebäude viele: Während im Altbau nur fünf Zimmer zur Verfügung standen, können nun 17 genutzt werden. Darunter Umkleidekabinen, in denen sich die Schwestern umziehen, wenn sie von ihrer Pflegetour zurückkommen, zusätzliche Toiletten, neue Büroräume, Lagerräume und ein Besprechungsraum. Dort finden bis zu 40 Menschen Platz. Besonders Gruppen, die sich regelmäßig treffen, profitieren davon, zum Beispiel von Angeboten für demenzkranke Menschen oder von Trauercafés. Einen weiteren Vorteil des neu angebauten, zweigeschossigen Gebäudes betont Bach: Es ist komplett barrierefrei. Das Obergeschoss ist durch den Hintereingang zu erreichen.

Ob in den neuen Räumen auch Platz für eine Tagespflege ist? Diese Pläne seien nicht ganz vom Tisch, es gebe jedoch noch keine konkrete Planung, sagt Werner Hockenberger, Vorsitzender der Evangelischen Sozialstation. Mit zehn Mitarbeitern, 20 Pflegeschwestern und rund 85 Nachbarschaftshelfern betreut die Sozialstation in und um Eppingen rund 190 Menschen im ambulanten Pflegedienst und rund 370 in der Nachbarschaftshilfe.

Mit dem E-Lastenrad zum Pflegedienst

Der Platz im alten Gebäude ist zu eng geworden, deshalb hat der dahinterstehende Verein Evangelische Sozialstation Eppingen e.V. seine Ersparnisse der vergangenen 40 Jahre in den Anbau und den Kauf des alten Gebäudes investiert. "Bei der ersten Besichtigung war ich erschrocken, wie man überhaupt da arbeiten kann", erzählt Architekt Gunter Schwarz. Mit dem Anbau zur Straße hin wollte er die Sozialstation besser sichtbar machen.

Künftig soll man im neuen Carport Elektro-Autos aufladen können. Dafür soll auf dem Dach eine Photovoltaikanlage entstehen. Mit dem Neubau hat sich die Sozialstation auch ein elektrisches Lastenrad zugelegt. Im großen Korb des Rads finden zum Beispiel Patientenakten Platz, wenn die Schwestern auf Tour durch Eppingen gehen. In einem Fahrrad-Carport am Hintereingang können auch E-Bikes geparkt und geladen werden.

Geplant ist, dass Ende des Jahres die EDV erneuert wird. Anders als früher dokumentieren und planen die Schwestern ihre Pflegetouren heutzutage am Computer, erklärt Hockenberger. "Jetzt kann man guten Gewissens hier arbeiten", ist Architekt Schwarz zufrieden.

Tag der offenen Tür

Am Sonntag ab 10 Uhr Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche Eppingen, anschließend Kaffee und Kuchen in der Kaiserstraße 14.

 

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