Eppingen: Das sagen Kommunalpolitiker zum Reizthema Fußgängerzone

Eppingen  Wie kann die Eppinger Kommunalpolitik den Handel in der Innenstadt unterstützen? Wie geht es mit der umstrittenen Fußgängerzone weiter? Die Meinungen der Parteien darüber gehen kurz vor der Gemeinderatswahl auseinander.

Von Alexander Hettich

Das sagen Kommunalpolitker zum Reizthema Fußgängerzone

Umstritten: Der versenkbare Poller sperrt die Brettener Straße in Eppingen von Freitagabend bis zum frühen Montagmorgen für Autos.

Foto: Archiv/Hettich

Kaum ein Thema bringt viele Eppinger so auf die Palme. An der Frage, ob die Brettener Straße im Zentrum der Stadt zur Fußgängerzone taugt, scheiden sich die Geister. Vor allem forciert von der Freien Bürger-Wählervereinigung (FBW) gibt es mittlerweile eine Teilzeitlösung. Ein Poller sperrt die Straße von Freitagabend bis Montagfrüh. Manchen ist das zu wenig, den meisten Händlern zu viel. Zum Wahlkampfschlager taugt das emotionale Thema nur bedingt.

Freie Wähler: Autoverkehr nicht attraktiv

Jörg Haueisen ist sich sicher, dass die Auswirkungen auf den Handel nicht so massiv sind und dass die Blechlawine dem Standort schadet. "Das ist nicht attraktiv, solange Autos durchfahren", sagt der Vorsitzende der FBW-Fraktion. "Wir wollen eine weitere Verkehrsberuhigung in der Innenstadt." Haueisen denkt dabei vor allem an eine Ausdehnung in die Abendstunden und auf Feiertage, zunächst nicht an einen weitergehenden Auto-Bann während der Geschäftszeiten. Klar sei aber auch: "Einen Schritt zurück soll es nicht geben."

Dafür wäre die CDU durchaus zu haben. "Wir plädieren dafür, den Poller erst am Samstag nach Ladenschluss hochzufahren", ist Fraktionssprecher Klaus Scherer für eine Aufweichung. Er plädiert wie Kollegen aus den anderen Fraktionen dafür, die Ergebnisse einer Studie abzuwarten. Sie soll die Situation des Handels in der Innenstadt umfassend beleuchten. Die Stadt, betont Scherer, habe viel getan, Straßen aufgewertet, das Parkhaus gebaut. "Die Innenstadt ist gigantisch." Man habe aber auch Kunden mit den Baustellen viel zugemutet und brauche jetzt vielleicht eine Ruhepause.

Warten auf Gutachten

"Manche Geschäftsinhaber sind mehr mit Jammern beschäftigt, anstatt den Blick nach vorne zu richten", kritisiert Peter Wieser von den Grünen. Eine Initiative des OB, eine Onlineplattform des Eppinger Handels einzurichten, sei etwa verpufft. Zum Poller und der Teilzeit-Fußgängerzone sagt Wieser: "Da hängt mein Herz nicht dran." Er sei aber eher dafür, die Brettener Straße verstärkt abends nach Ladenschluss für den Verkehr zu schließen.

"Eppingen hat seine Hausaufgaben gemacht", sagt Hartmut Kächele mit Blick auf die Innenstadt. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion ist dafür, auf der Grundlage der Expertise zu prüfern, wie Handel und Gastronomie unterstützt werden können. "Wenn die Studie zu dem Schluss kommt, dass der Poller das Problem ist, dann gerne", signalisiert er Bereitschaft, die Fußgängerzone wieder zu beschneiden. Auch die Bevölkerung soll befragt werden. Ebenso will Kächele die immer mal wieder diskutierte Zonenregelung auf den Prüfstand stellen, ohne dass er eine bestimmte Richtung vorgibt. Die Regel schließt innerhalb eines genau definierten Innenstadt-Areals bestimmte Warensortimente aus, um den angestammten Handel zu schützen. Hier ist die Position der CDU ähnlich. Klaus Scherer sieht ebenfalls Diskussionsbedarf bei der Zonenregel.

 

 

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