Ein erfülltes Leben für die Archäologie

Bad Rappenau  Der weit über die Region hinaus bekannte Heimatforscher Dr. Hans Heinz Hartmann aus Bad Rappenau ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 88 Jahren. Wergbegleiter blicken voll Dankbarkeit zurück.

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Ein erfülltes Leben für die Archäologie

H. H. Hartmann

Foto: Plapp-Schirmer

"Mich hat er vor über 40 Jahren mit dem Virus Archäologie angesteckt", sagt etwa der Luftbildarchäologe Rudolf Landauer. 1989 hatte der Flieger aus der Luft einen römischen Kornspeicher auf Bad Rappenauer Gemarkung entdeckt und zusammen mit Hans Heinz Hartmann erforscht und dokumentiert. "Da liegt Rom im Boden" ist ein Ausspruch, der typisch für den Rappenauer war.

H3, wie Freunde ihn nannten, ist in Bad Rappenau aufgewachsen. Seine Schulzeit verbrachte er unter anderem an der Odenwaldschule. Er studierte Zahnmedizin, begeisterte sich aber schon in jungen Jahren für die Archäologie und die Geschichte.

Fachmann für Terra Sigillata

Zuletzt war er bei der Ausgrabung des Landesdenkmalamtes in Babstadt dabei. Als Heimatforscher war er weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt und als Fachmann für Terra Sigillata, des römischen Tafelgeschirrs, im gesamten süddeutschen Raum anerkannt. Mit ihm über einen Acker zu gehen, war stets eine Bildungsreise in die Vergangenheit.

Von einem immensen Verlust für den Heimat- und Museumsverein Bad Rappenau spricht dessen Vorsitzender Erich Schuh. Hartmann habe auch kurz vor seinem Tod noch eine große, innere Zufriedenheit ausgestrahlt: "Er hat sein Leben für sein großes Hobby gelebt", sagt Schuh.

Das Museum im Kulturhaus Forum Fränkischer Hof, hat Hans Heinz Hartmann 1989 maßgeblich mitgestaltet. Seine Zahnarztpraxis gab er 1998 auf. Für seine Verdienste im Bereich der Archäologie und Heimatforschung erhielt Dr. Hans Heinz Hartmann verschiedene Ehrungen, unter anderem den Württembergischen Archäologiepreis 1987 und die Ehrenmedaille der Stadt Bad Rappenau in Silber 1996 und in Gold 2011.

Geschichte verständlich aufgearbeitet

Er sei an jeder Baugrube gewesen, sagt Hauptamtsleiter Wolfgang Franke als Mitglied des Heimatvereins anerkennend. "Und meistens hat er auch was gefunden."

Für den Heimatboten habe er seine Themen so aufbereitet und illustriert, dass jeder sie verstanden habe. Auch der 31. Heimatbote, der Ende des Jahres erscheint, enthalte zwei Artikel von ihm, sagt Eva Goldfuß-Siedl.

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 13. Februar, um 13 Uhr in Bad Rappenau statt.


Ulrike Plapp-Schirmer

Ulrike Plapp-Schirmer

Autorin

Ulrike Plapp-Schirmer arbeitet seit 1993 bei der Heilbronner Stimme, über ein Jahrzehnt lang war sie Teil der Kraichgau Stimme in unserer Außenredaktion in Eppingen. Neben der lokalen Berichterstattung hat sie in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Literaturkritiken geschrieben. Sie gehört den Thementeams „Kultur“ und „Migration und Kirche“ an.

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