Die Richener Ortsdurchfahrt wird saniert

Eppingen  Auf eine Umgehungsstraße macht man sich in Richen wenig Hoffnung. In absehbarer Zeit ist nicht damit zu rechnen. Das Land investiert nun allerdings an anderer Stelle: Die Richener Ortsdurchfahrt bekommt einen neuen Fahrbahnbelag.

Von Alexander Hettich

Land investiert in Richen
Die Ortsdurchfahrt Richen, hier beim Bahnübergang, erhält für 200.000 Euro einen neuen Straßenbelag. Foto: Alexander Hettich  

In Richen rechnet niemand mehr damit, dass die lang ersehnte Umgehungsstraße in absehbarer Zeit gebaut wird. Verbesserungen gibt es trotzdem. Die Ortsdurchfahrt erhält einen neuen Fahrbahnbelag.

Am 18. März starten die Bauarbeiten, die in zwei Abschnitten insgesamt drei bis vier Wochen dauern werden. Das Land investiert 200.000 Euro, um die Straße zwischen dem Bahnübergang und der Kreuzung mit der Straße nach Gemmingen auf Vordermann zu bringen.

Die Wellen im Boden der ramponierten Fahrbahn sorgen dafür, dass Lastwagen noch mehr Lärm machen. "Wenn die Autobahn dicht ist, fährt hier der Schwerlastverkehr durch", sagt Ortsvorsteher Giselbert Seitz. "Das macht uns zu schaffen."

Schon lange kämpft Eppingen für eine Umgehungsstraße

Der Befund am stark befahrenen Autobahnzubringer ist nicht neu. Seit Jahrzehnten kämpfen Eppingen und Nachbargemeinden für eine Umgehungsstraße, die den Stadtteil entlasten soll. Das Ziel bleibt, betont Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke, der die Straßensanierung keinesfalls als Trostpreis verstanden wissen will. "Ich glaube, dass es irgendwann eine Lösung gibt." Jüngst hat Eppingens OB wieder an Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) geschrieben.

Die Antwort aus Stuttgart: Man prüfe den Bedarf im Straßenbau, auch das Richener Projekt werde "evaluiert". Das kann man als winzigen Hoffnungsschimmer deuten, oder als Kanzleitrost. Richener sind froh, dass es auch ohne Umgehungsstraße einige Verbesserungen gab. Die Stebbacher Straße mit Schule und Kindergarten wurde umgebaut, an der Gemminger Straße ein Kreisverkehr eingerichtet, um den Verkehr am Ortseingang zu bremsen.

Der Plan für die Sanierung der Ortsdurchfahrt

Durch das Landessanierungsprogramm hat sich vieles zum Positiven gewendet, vor allem in der zweiten Reihe wie in der Endgasse wurde kräftig saniert. Ortsvorsteher Seitz ist froh, dass die Sanierung der Ortsdurchfahrt vor den Veranstaltungen zur 1250-Jahr-Feier über die Bühne geht.

Gebaut wird in einem ersten Abschnitt von den Bahngleisen bis kurz vor die Kreuzung mit der Gemminger Straße. Danach wird die Kreuzung selbst saniert, erläutert Dieter Maierhöfer vom Baureferat Nord des Regierungspräsidiums Stuttgart den Zeitplan. "Für diesen Knotenpunkt brauchen wir etwa eine Woche." Der überörtliche Verkehr soll weiträumig umgeleitet werden. Die genauen Strecken werden noch mit den Nachbargemeinden abgestimmt, kündigt Eppingens Ordnungsamtsleiter Günter Brenner an. Auch die Rohrbacher Ortsdurchfahrt wird in diesem Jahr saniert. Der genaue Zeitplan steht noch nicht fest. Laut Regierungspräsidium soll es "im Spätjahr" mit den Arbeiten losgehen.


Kampf um die Ausweichstrecke

Gemeinsam mit Nachbargemeinden kämpft Eppingen seit Jahrzehnten für eine Umfahrung des Stadtteils Richen. Der Autobahnzubringer zur A 6 führt mitten durch den Ort. Vergangenes Jahr hat OB Klaus Holaschke einen neuen Anlauf gestartet und einen Brief an Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) geschrieben. Von einem "Verkehrswahnsinn von über 12.000 durchfahrenden Fahrzeugen in einem kleinen Ort" war darin die Rede.

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Die Stadt kritisiert die Begründung, die dazu geführt hat, dass Richen als dringende Maßnahme keine Berücksichtigung fand. Demnach habe das Ministerium nicht berücksichtigt, dass sich überörtlicher Lkw-Verkehr aus Gemmingen auf die B 293 und die Umfahrung verlagere, wenn sie denn gebaut würde. Man werde Verkehrsströme noch einmal "evaluieren", heißt es unverbindlich im Antwortschreiben aus Stuttgart. Die Gemeinden müssten keine Studien in Auftrag geben, wie sie es angeboten hatten.