Die Rappenauer Disc-Golf-Anlage im Test

Bad Rappenau  Die Disc-Golf-Anlage im Bad Rappenauer Kurpark verspricht viel Spaß auf knapp 640 Metern. Aber wie schlägt sich BTB-Geschäftsführer Dieter Wohlschlegel im Duell mit einer Stimme-Redakteurin?

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Disc-Golf-Anlage im Test

BTB-Geschäftsführer gegen Stimme-Redakteurin: Neun Bahnen sind beim Disc Golf im Bad Rappenauer Kurpark zu bewältigen.

Fotos: Dennis Mugler

Muhammad Ali gegen George Foreman, Alain Prost gegen Ayrton Senna oder Guido Buchwald gegen Diego Maradona - viele Sportduelle vergisst man nicht und spricht noch Jahrzehnte später über das Ereignis. Ob Dieter Wohlschlegel, BTB-Geschäftsführer, mit diesem Hintergedanken einem Duell auf der neuen Disc-Golf-Anlage im Kurpark zugestimmt hat? Auf jeden Fall war er sofort mit an Bord.

Gut erholt von einem mehrwöchigen Urlaub, radelt Wohlschlegel bei schönstem Spätsommerwetter in den Kurpark. Ich hingegen weiß im Moment nicht einmal, wie Erholung buchstabiert wird, mein Urlaub steht noch bevor.

Wie versprochen, hat er das nötige Spielgerät dabei: Zwei Frisbeescheiben, eine blaue für ihn, eine in Lila für mich. "Das ist doch Ihre Lieblingsfarbe, oder?", fragt Dieter Wohlschlegel. Volltreffer. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Neun Bahnen werden gespielt

Ziel des Spiels ist es, die Scheibe mit so wenigen Würfen wie möglich in einem Korb zu versenken. Zwischen 55 und 85 Meter muss die Frisbee auf einer der neun Bahnen dafür zurücklegen.

"Ladies first", ruft der BTB-Geschäftsführer, als wir in Richtung Bahn eins laufen. Doch meine Scheibe schafft beim ersten Versuch nur wenige Meter. Aber immerhin fliegt sie durch die Luft, ohne einen der Bäume - eine "natürliche Barriere", wie ich lerne - zu stutzen. Denn genau das schafft Wohlschlegel.

Trotzdem: Seine Scheibe landet zuerst im Korb, ich brauche zwei Würfe mehr. Heimlich trainiert hat er nicht, wie er auf Nachfrage versichert. "Ich habe das vorher noch nie gemacht", erzählt er. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihm glauben soll. Vielleicht ist er aber tatsächlich ein Naturtalent? Die nächsten Bahnen werden es zeigen.

Disc-Golf-Anlage im Test

Hoch konzentriert wirft Dieter Wohlschlegel die Frisbeescheibe in den Korb. Das schafft er meistens in weniger Versuchen als seine Gegnerin.

Die Profischeiben sind schwerer als die Alltagsfrisbees

Vielleicht liegt es aber auch an den ungewohnten Profischeiben. Die sind nämlich um einiges schwerer als die Alltagsfrisbees. Und sie haben einen leichten Linksdrall. Das bekommt auch Dieter Wohlschlegel zu spüren. Seine Scheibe trudelt immer wieder unkontrolliert nach links. "Das ist der Wind", ruft er dem Spielgerät hinterher und stapft ins Gebüsch, wo die Scheibe gelandet ist.

Auch im Blumenbeet bei Bahn sechs muss er nach der Frisbee suchen. Doch das ändert nichts an seinem Vorsprung von zwei Würfen. Meine Scheibe landet zwar grundsätzlich auf dem Rasen, aber den Rückstand aus der ersten Runde kann ich nicht mehr aufholen. Immer wieder läuft es auf ein Unentschieden hinaus. Besonders frustrierend: Vor jeder Bahn erinnert uns ein Schild an die Zahl der Würfe, die man erreichen soll, wenn man in Par bleiben möchte. Dieser Wert steht für die Anzahl an Würfen, die ein sehr guter Spieler durchschnittlich benötigt, um die Scheibe vom Abwurf in den Korb zu spielen. Und von sehr gut sind wir beide weit entfernt.

Addiert man die Par der neun Bahnen, kommt man auf die Zahl 27. Dieter Wohlschlegel und ich haben trotz der Profischeiben am Ende über 40 Versuche benötigt. 43 zu 44 geht das Duell nach rund 45 Minuten aus. Ob wir damit in die Annalen der Sportgeschichte eingehen werden? Das zeigt sich meistens erst Jahre später. Schau'n mer mal.

 

Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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