Die Grombacher Grundschule wird modernisiert

Bad Rappenau  In den Sommerferien geht es los: Dann soll die Grundschule in Grombach modernisiert werden - und das wird Zeit, denn das Gebäude aus dem Jahr 1888 ist arg in die Jahre gekommen.

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Aufbruch in eine neue Zeit

Das Grundschulgebäude an der Grombacher Hauptstraße ist über 130 Jahre alt. Das Dach ist nicht gedämmt. Ab den Sommerferien wird die Schule saniert.

Fotos: Elfi Hofmann

Susanne Hitzelberger-Jacksch ist glücklich. "Es ist an der Zeit, dass etwas passiert", sagt die Direktorin der Grombacher Grundschule. Denn passiert ist schon lange nichts mehr in dem Gebäude, das 1888 gebaut wurde. Besonders im Dachgeschoss sieht auch der Laie, dass hier Geld in die Hand genommen werden muss. In einigen Räumen schaut man direkt auf die Dachziegeln, in einer Ecke ist es nass: Da regnet es regelmäßig rein.

Besonders schlimm für die Lehrkräfte: Die Innentemperatur ist im Winter so niedrig wie im Freien. Im Sommer ist der Dachboden dann ein Glutofen. "Richtig aufräumen können wir nur bei erträglichen Temperaturen", erzählt die Direktorin.

800.000 Euro für die Sanierung und den Umbau

Jetzt hat der Bad Rappenauer Gemeinderat der Sanierung und dem Umbau des Gebäudes zugestimmt. Rund 800.000 Euro soll das Ganze kosten. Der Leiter des Hochbauamts, Alexander Speer, zeigt bereits am Schuleingang auf den abbröckelnden Sandstein. Die Fassade wird aufbereitet, manche Gesimse werden ausgetauscht. "Die Optik bleibt aber die gleiche", betont Projektleiter Lars Kirstenpfad. Denn das 132 Jahre alte Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Wie umfangreich die Arbeiten an der Fassade werden, kann Kirstenpfad allerdings noch nicht sagen. "Das sieht man meistens erst, wenn das Gerüst steht."

Aufbruch in eine neue Zeit

Besonders im Dachgeschoss sieht man, wie der Zahn der Zeit am Gebälk nagt.

Auch auf dem Dachboden gibt es einiges zu tun

Ähnlich verhält es sich auch auf dem Dachboden. Dort sollen die Holzdielen entfernt und durch einen einheitlichen Boden ersetzt werden. Was sich genau unter den Dielen befindet und in welchem Zustand die Balken sind, könne man ebenfalls erst nach Beginn der Arbeiten sehen. Die sollen in den Sommerferien anfangen. Besonders geräuschintensive Arbeiten sollen dann erledigt werden. "Wir haben uns bewusst gegen eine Container-Lösung entschieden", sagt Alexander Speer. Bis Anfang 2021 wollen die Verantwortlichen fertig sein.

Bis dahin soll nicht nur die Fassade saniert und das Dachgeschoss isoliert werden. Auch die Fenster, alles andere als konform mit den Denkmalschutzbestimmungen, werden ausgetauscht. Außerdem wird der Brandschutz weiter ausgebaut. "Vor zwei Jahren wurden Fluchttüren und eine Außentreppe ergänzt", erklärt Alexander Speer. Im Zuge der anstehenden Arbeiten soll das Dachgeschoss nun auch eine Fluchtmöglichkeit bekommen, um die Brandschutzbestimmungen einzuhalten.

Dort sollen an der Stelle, wo sich früher der Getreidespeicher befand, ein Aufenthaltsraum mit integriertem Lehrmittelzimmer und Arbeitsflächen entstehen. Außerdem wird es einen Elternsprechraum sowie ein Lager geben.

Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte. 1888 erbaut, lebte im oberen Stockwerk noch bis Anfang der 1990er Jahre der jeweilige Schulleiter. "Als Fräulein Scheffel damals starb, wurde aus den Räumen ein weiteres Klassenzimmer", erzählt Susanne Hitzelberger-Jacksch. Außerdem lebten nach dem Zweiten Weltkrieg im Dachgeschoss des Schulgebäudes mehrere Flüchtlinge.


Bis 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein

Die Kosten für die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen an der Grombacher Grundschule werden auf insgesamt 801.656 Euro geschätzt. Die Bauarbeiten starten mit dem Beginn der Sommerferien und sollen spätestens Anfang 2021 abgeschlossen sein. In der Gesamtsumme sind die Ausgaben für die räumliche Erweiterung der Kernzeitbetreuung nicht eingerechnet.

Die alte Kochschule hinter dem Hauptgebäude, die vor knapp zwei Jahren umgebaut wurde und mittlerweile zu klein geworden ist, wird nun für weitere 85.000 Euro ausgebaut. Der Vorbau in Holzständerbauweise soll ebenfalls noch in diesem Jahr umgesetzt und eingeweiht werden.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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