Das plant Ittlingen bis 2035

Ittlingen  Fast zwei Jahre Arbeit stecken in dem Zukunftspaket, viele Bürger haben sich beteiligt. Jetzt ist es fertig. Ein umfassendes Konzept zeigt auf, wie sich Ittlingen in den kommenden 15 Jahren entwickeln soll.

Das plant Ittlingen bis 2035

Blick über das Wohngebiet Dieterstal in Ittlingen: Bis 2035 peilt die Gemeinde 2700 Einwohner an, das wären fast 200 mehr als heute. Foto: Archiv/Hettich

Am Mittwoch wurde das Werk in der Festhalle vorgestellt. Hier die Kernpunkte.

 

Gemeindeentwicklungskonzept - was soll das sein?

"Ittlingen, wohin?" Bürgermeister Kai Kohlenberger formulierte am Mittwochabend vor rund drei Dutzend Teilnehmern der Abschlussveranstaltung die Leitfrage. Das Konzept, entwickelt unter Beteiligung der Bürger und mit Beratung durch das Büro Reschl Stadtentwicklung, soll die großen Linien aufzeigen, wie das Elsenztaldorf die Zukunft angeht.

 

Welche Schritte gab es?

Alle Ittlinger wurden befragt, wo der Schuh drückt und was ihnen wichtig ist. Die Rücklaufquote der Fragebogen lag bei fast 40 Prozent, ein guter Wert. Es gab mehrere große Veranstaltungen, eine Klausurtagung und eine Zukunftswerkstatt, bei der Einwohner ihre Ideen einbrachten. Im Juli hat der Gemeinderat das Werk verabschiedet. Die Präsentation umfasst 125 Seiten.

 

Wie ist die Ausgangslage?

"Sie sind ein Ort mit eigener städtebaulicher Identität", sagte Richard Reschl, Chef des gleichnamigen Stuttgarter Büros. Die Bausubstanz stimme, die Identifikation der Ittlinger mit ihrer Gemeinde sei groß. In Heilbronn-Franken, "einer der boomenden Regionen schlechthin", seien die Voraussetzungen für ein solches Planwerk prächtig, befand der Professor für Stadtplanung.

 

Welche Rahmenbedingungen sind kennzeichnend für Ittlingen?

"Es ist eine typische Wohngemeinde", so Reschl. Die Zahl der Auspendler übersteigt die der Einpendler deutlich. Damit einher gehen niedrige Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Ittlingen ist als Wohnort beliebt. "Fast alle Wohnflächen sind erschlossen", skizzierte Kohlenberger eine der Kernfragen.

 

Welche Themen sind den Ittlingern besonders wichtig?

Betreutes Wohnen im Ortskern, ein städtebauliches Konzept für die Grüner-Hof-Straße und die Aufwertung der Elsenzaue haben Priorität. Vielen ist es auch ein Anliegen, die Grundversorgung zu stärken und neue Wohnformen zu ermöglichen.

 

Wird Ittlingen wachsen?

Ittlingen zählt derzeit rund 2500 Einwohner und strebt ein "kontinuierliches" Wachstum um sieben Prozent pro Jahr an. In absoluten Zahlen sind das jährlich elf zusätzliche Einwohner. "Das ist durchaus eine Kraftanstrengung", betonte Richard Reschl. "Nicht jedes Jahr erschließt man ein neues Baugebiet?"

 

Wo sollen die zusätzlichen Bewohner unterkommen?

Das Konzept sieht vor, möglichst viele innerörtliche Baulücken zu schließen und so fast 1,2 Hektar Fläche für Wohnungen zu gewinnen. "Innenetwicklung allein wird aber nicht reichen", machte Reschl-Mitarbeiter Steffen Niehues klar. Neue Wohngebiete im Umfang von 2,85 Hektar sollen erschlossen werden, etwa am Eulenschnabel in Erweiterung des beliebten Baugebiets Dieterstal.

 

Wie sieht es beim Thema Verkehr und Digitasliserung aus?

Hier hatten die ansonsten sehr zufriedenen Ittlinger besonders häufig Probleme ausgemacht, etwa Verkehrslärm oder wilde Parkerei. Ein wichtiges Projekt. Die Landesstraße L 592 soll verlegt werden, weg von den Gebäuden, hin zu den Bahngleisen. Die Gemeinde leistet Vorarbeiten. Bauen muss das Land, das Geld hierfür zugesagt hat. Die S-Bahn-Anbindung ist ein Trumpf, viele Ittlinger wünschen sich aber einen zweiten Bahnhalt. Der Bahnhof liegt im Süden in einiger Entfernung der neuen Wohngebiete. Die Chancen, dass es mit einem zweiten Bahnhof klappt, gelten aber als gering. Der Ausbau des Breitbandnetzes ist ein weiterer zentraler Punkt

 

Was plant Ittlingen für Handel und Gewerbe?

Ittlingen hat einen Lebensmittelmarkt im Zentrum - und damit vergleichbar großen Orten etwas voraus. Die Grundversorgung im Ort will man stärken. Der Platz für Gewerbeflächen ist begrenzt. Hier setzt Ittlingen auch auf die Kooperation mit Nachbarkommunen.

 

Sind Betreuung und Gesundheitsangebote auf der Höhe der Zeit?

Das Ittlinger Familienzentrum gilt als beispielhafte Betreuungseinrichtung. Es soll erhalten und erweitert werden. Treffpunkte für Jung und Alt gilt es auszubauen.

 


Alexander Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist seit 2003 bei der Heilbronner Stimme. Er berichtet über den Kraichgau, Verkehr, Pendler und Themen aus benachbarten Landkreisen. 

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