Carsharing-Anbieter ist mit der Auslastung zufrieden

Region  Im Jahr 2018 hat Florian Bölz das Mietwagen-Modell Carsharing in Kraichgau-Städten sowie nach Brackenheim gebracht. Mit der Auslastung ist er in einer ersten Bilanz zufrieden.

Von Simon Gajer

Carsharing: Anbieter ist mit der Auslastung im Kraichgau und Zabergäu zufrieden

Carsharing-Parkplatz am Eppinger Bahnhof: Vor einigen Wochen ist dort das Auto schwer beschädigt worden. Ob es im März wieder an diesem Punkt abgestellt wird, ist offen. Dass dieses Mietwagen-Prinzip wieder realisiert wird, steht fest.

Foto: Simon Gajer

Florian Bölz, der hinter den Car-sharing-Angeboten im Kraichgau und Zabergäu steht, überfliegt zufrieden auf dem Bildschirm die Buchungen an den einzelnen Standorten. Mal sind die Nutzer sieben Kilometer unterwegs, mal sind es 26 Kilometer, mit dem Sinsheimer Auto fuhr sogar schon jemand in den zurückliegenden Wochen 500 Kilometer weit.

Bölz zieht ein positives Fazit der ersten Monate. "Das ist okay", sagt er, obwohl die Fahrzeuge auch längere Zeit stehen.

Bölz geht es auch um Mobilität

Bölz gibt ohne Umschweife zu: Mit den Autos werbe er natürlich auch für das gleichnamige Autohaus in Schwaigern. Allerdings ist für ihn der Hauptgrund hinter Carsharing, dass die Menschen mobil bleiben können. Registrierte Nutzer können sich vorab an den Standorten die Autos reservieren und müssen für die gemietete Zeit bezahlen. "Es muss sich herumsprechen", will Florian Bölz den Menschen erst noch mehr Zeit geben, sich an Carsharing zu gewöhnen.

Je nach Nachfrage ist es für ihn denkbar, in einen zweiten Wagen für einen Standort zu investieren. Um möglichst viele Nutzer ansprechen zu können, sind die Autos dem deutschlandweiten Verbund Flinkster angeschlossen. Dahinter steht die Bahn.

Städte unterstützen die Initiative aus Schwaigern

"Sinsheim und Brackenheim haben sich sehr gut entwickelt", sagt Florian Bölz. In Brackenheim würde sogar das Rathaus das Fahrzeug mieten. Ähnliche Überlegungen gebe es in Sinsheim. Dort plane das örtliche Tourismusbüro, zukünftig auf den Wagen umzusteigen. Das ist nicht die einzige Förderung durch die Kommunen.

Von fast allen Rathäusern wird Florian Bölz bei der Abwicklung des Angebots unterstützt. In Brackenheim, Eppingen und Sinsheim können sich Interessierte an die Verwaltungen wenden, um sich als Carsharing-Nutzer registrieren zu lassen. Das entlastet ihn, denn um alle Daten neuer Kunden zu erfassen, seien jeweils zehn bis 15 Minuten nötig.

In Bad Rappenau steigen Firmen zu

Carsharing: Anbieter ist mit der Auslastung im Kraichgau und Zabergäu zufrieden

Florian Bölz. Foto: Simon Gajer

In Bad Rappenau laufe es auch gut. Dort würden zahlreiche Firmen diese Form der Mobilität nutzen, sagt der Initiator. Dass es in der Stadt mittlerweile angenommen wird, ist eine Trendwende gegenüber einem ersten Anlauf. Im Juli 2015 war schon einmal ein Carsharing-Auto in Bad Rappenau stationiert. Nach wenigen Monaten zog der damalige Initiator das Fahrzeug wieder ab - mangels Nachfrage.

Nach Vandalismus ist Eppingens Auto außer Betrieb

In Eppingen ist das Auto nach wie vor außer Betrieb, da es von Unbekannten stark beschädigt wurde. Die Rückspiegel wurden abgetreten, das Fahrzeug zerkratzt. Den Schaden beziffert Bölz auf 2000 Euro. Im März soll es in der Stadt wieder Carsharing geben. Wann genau, das steht derzeit nicht fest.

Ebenfalls unklar ist der Standort. Bis zum Vandalismus hatte das Fahrzeug seinen Platz am Bahnhof. Ob es wieder dort geparkt sein wird, ist offen. Nur eines ist sicher: "Es gibt Vorkehrungen, dass das Auto sicherer gemacht wird."

In Sulzfeld steht das Rathaus hinter der Carsharing-Initiative. Das Auto, das der Gemeinde gehört, steht zentral am Rathaus und wird regelmäßig vormittags von der Diakonie-Station gemietet. Auch die Verwaltung nutze es, sagt Bürgermeisterin Sarina Pfründer. Die Grundauslastung durch die Diakonie-Station hilft: Ohne das würde das Auto sehr viel stehen, sagt die Rathauschefin.

 
 

Kommentar hinzufügen