Bürgermeisterin Pfründer holt starkes Ergebnis

Sulzfeld  88,2 Prozent der Stimmen holt Sarina Pfründer bei der Bürgermeisterwahl in Sulzfeld. Damit lässt die Favoritin ihre drei Konkurrenten weit hinter sich und tritt ihre zweite Amtszeit an.

Von Alexander Hettich

Starkes Ergebnis für die Amtsinhaberin

Strahlende Siegerin: Sarina Pfründer mit ihrem Mann Markus sowie den Kindern Constantin und Sophia vor dem Sulzfelder Rathaus.

Foto: Alexander Hettich

 

Als Ziel hatte sie 80 plus X ausgegeben. Das Ergebnis war mit 88,2 Prozent noch deutlich besser. Sie sei "überwältigt, glücklich und dankbar", kommentierte Sulzfelds alte und neue Bürgermeisterin Sarina Pfründer am Sonntagabend das Wahlergebnis. Die 38-Jährige distanzierte damit ihre drei Konkurrenten deutlich.

Wahlbeteiligung fällt ordentlich aus

Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 56 Prozent. Der Wahlausschuss-Vorsitzende Ulrich Fischer kommentierte das als hervorragendes Resultat. Angesichts der Tatsache, dass Pfründer als haushohe Favoritin ins Rennen ging, hatten Beobachter mit einer niedrigeren Beteiligung gerechnet.

Die Bürgermeisterin sah ihre Erwartungen nach eigenen Worten übertroffen. Sie habe sich sogar ein Luther-Zitat zurechtgelegt. "Wenn der Bürgermeister seine Pflicht tut, werden kaum vier da sein, die ihn mögen." Nun fanden sich doch deutlich mehr, die der Rathauschefin den Rücken stärkten. Sie betonte, "weiter für Sulzfeld etwas bewegen zu wollen". Der Landtagsabgeordnete Joachim Kößler (CDU) zählte neben vielen Bürgermeistern aus den Nachbargemeinden zu den ersten Gratulanten. Er bescheinigte Pfründer einen verdienten Sieg. "Wenn Zuschüsse vom Land zu holen sind, wird sie immer vorstellig." Von Fördertöpfen zu profitieren ist für Sulzfeld essenziell, hat die Gemeinde doch zuletzt mit der Ravensburghalle und aktuell mit dem Millionenprojekt Schulhaussanierung große Aufgaben zu bewältigen.

Siegerin distanziert drei Mitbewerber deutlich

Schon früh am Wahlabend war Jenny Krauth am Rathaus eingetroffen. Die Sulzfelderin hatte sich als Kandidatin all jener positioniert, die unzufrieden sind in der 4700-Einwohner-Gemeinde. "Jede Stimme für mich ist eine Blamage fürs Rathaus", hatte sie sich in Position gebracht und bekannt: "Von Politik habe ich keine Ahnung." Letztlich votierten knapp vier Prozent der Wähler für Krauth. "Ich kann zufrieden nach Hause gehen", sagte sie in einer ersten Reaktion.

Auf etwas mehr als fünf Prozent brachte es Sascha Krolzig. Demnach wollten 108 Sulzfelder den in Dortmund lebenden Vertreter der Splitterpartei "Die Rechte" als Bürgermeister sehen. Krolzig war im Wahlkampf vor allem durch fremdenfeindliche Parolen aufgefallen. Den skurrilen Videodreh seines Rundgangs durch das menschenleere Rathaus inklusive Probesitzen im Bürgermeisterstuhl stellte er ins Internet. Der Rechte war bei der Wahlfeier am Sonntag ebenso wenig auszumachen wie die vierte Bewerberin.

Dauerkandidatin Friedhild Miller blieb unter der Marke von einem Prozent. Sie war in Sulzfeld nie öffentlich aufgetreten.

Debatte um Quorum befeuert

Der von vielen als befremdlich wahrgenommene Wahlkampf hat in Sulzfeld eine Diskussion angestoßen. Man überlege, sich landesweit für ein Quorum bei Bürgermeisterwahlen auch in kleinen Gemeinden einzusetzen, war von Sulzfelder Kommunalpolitikern am Rande zu hören. Bislang ist es nur in größeren Städten so, dass Kandidaten Unterschriften von einer gewissen Anzahl Unterstützern vorweisen müssen, bevor sie überhaupt zur Wahl zugelassen werden.