Bürgerbus startet Testbetrieb am Samstag

Eppingen  Der von Ehrenamtlichen getragene Eppinger Bürgerbus kommt früher in Fahrt als erwartet. Die Stadt hat einen gebrauchten Transporter gekauft, der schon an diesem Samstag zum Weihnachtsmarkt den Probebetrieb aufnimmt. Der Linienverkehr könnte im März starten.

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Startbereit für den Bürgerbus-Test: Eppingens OB Klaus Holaschke, Lothar Schlesinger und Wolfgang Rau mit dem gebraucht gekauften Transporter. Foto: Alexander Hettich

"Das hat sich sehr kurzfristig ergeben", freut sich Lothar Schlesinger. Der stellvertretende Vorsitzende des Eppinger Bürgerbusvereins und Vorstandsmitglied Wolfgang Rau haben sich dieser Tage schon mit dem Transporter vertraut gemacht, der bis vor kurzem noch in Denkendorf (Landkreis Esslingen) unterwegs war.

Dort wurde er ausgemustert, Eppingen schlug zu und investierte 9100 Euro in den Acht-Sitzer. Mit neun Jahren auf der Haube und 220.000 Kilometern auf dem Tacho ist das Auto nicht das jüngste, aber top in Schuss, wie Schlesinger versichert. "Der fährt noch ein paar Jahre."

Neues Fahrzeug kommt im nächsten Jahr

Der Gebrauchtwagen soll den neuen Bürgerbus, für den die Stadt 120.000 Euro eingeplant hat, nicht ersetzen, sondern ergänzen. Das neue Fahrzeug kommt 2020, der Gebrauchtwagen kann nun bereits viel früher als geplant einen Probebetrieb gewährleisten. Schon an diesem Samstag fahren Schlesinger und Rau anlässlich des Weihnachtsmarkts zwischen 10 und 18 Uhr aus dem Zentrum in die Wohngebiete am Rande der Kernstadt und zurück.

Vier Linien werden jeweils stündlich bedient. Knotenpunkte sind der Ratskeller beim Parkhaus und das Baumannsche Haus. Passagiere sind bei den Testfahrten gratis an Bord, auch an den beiden folgenden Adventssamstagen soll es ein Angebot geben.

Bürgerbus-Verein hat einige Fahrer gewonnen

Erst im Juni hatte sich mit Unterstützung der Stadt ein Bürgerbusverein gegründet, der unter anderem ehrenamtliche Fahrer rekrutiert. Denn Testbetrieb bestreiten Schlesinger und Rau alleine. Mehr als 15 weitere Interessenten stünden aber parat und warteten auf die Ausstellung ihres Personenbeförderungsscheins. Die Kosten für die Formalitäten übernimmt der Verein, der auch auf Zuschüsse des Landes setzen kann.

Im neuen Jahr stehen nochmal ein halbes Dutzend Interessenten auf der Liste. Schlesinger und Kollegen sind zuversichtlich, dass genug Fahrer verfügbar sind, wenn der Bürgerbus voraussichtlich im März in den Linienbetrieb startet. Er soll dann auf einer Nord- und einer Südroute durch die Kernstadt fahren, um Wohngebiete oder Seniorenheime an der Peripherie mit dem Zentrum und den großen Einkaufsmärkten zu verbinden - montags bis freitags und am Samstagvormittag im Stundentakt.

Im Regelbetrieb zahlen Fahrgäste einen Euro pro Fahrt, Sechs- bis 14-Jährige die Hälfte. Jüngere Kinder fahren ebenso gratis wie Senioren, die 80 Jahre oder älter sind.

Angebot für Stadtteile geplant

Im Oktober steht der Neuwagen ins Haus, für den Gebrauchten ergäben sich dann neue Aufgaben. "Wir denken an ein Rufmobil für die Stadtteile", erläutert Schlesinger.

Der Bus soll dann an bestimmten Wochentagen ein oder zwei äußere Stadtteile ansteuern. Passagiere müssten sich einen Tag vorher für den Service anmelden. Das wäre dann eine Vorstufe zu einem Rufbus, der Linie fährt und auch kurzfristig angefragt werden kann. "Voraussetzung ist, dass wir Fahrer aus den Stadtteilen finden", betont der Vize-Vorsitzende des Vereins. Dass die Stadtteile zunächst außen vor blieben, war einer der wenigen Kritikpunkte, die im Gemeinderat laut geworden waren. Die Eppinger Kommunalpolitik steht aber mit großer Mehrheit hinter dem Vorhaben.


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Verkehrsthemen, über Kommunalpolitik und Heilbronn.

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