Bitte recht freundlich: Mit dem Quickly geblitzt

Bad Rappenau  Zum Jubiläum verzeichnet das Quicklytreffen in Obergimpern einen Teilnehmerrekord. Erstmals wurden die Fahrer unterwegs geblitzt - natürlich muss trotzdem niemand einen Strafzettel befürchten.

Von Gabriele Schneider

Mit großer Freude geblitzt werden
Zum 20. Quicklytreffen in Obergimpern kamen sehr viele Stammgäste, darunter auch die Quicklyfreunde Eppingen. Foto: Gabriele Schneider  

Obwohl die Sonne am Samstag erbarmungslos vom Himmel brannte, haben sich Mopedfreunde aus der ganzen Republik auf die Reise nach Obergimpern gemacht.

Die Wege, die sie für den Besuch des 20. NSU-Quicklytreffens auf dem Gelände des Kleintierzuchtvereins C658 (KTZV) auf sich nahmen, waren teils sehr groß. So wie für die zehn Frauen und Männer des Quicklyklubs Kapellen-Erft nahe Mönchengladbach, die seit vielen Jahren von Nordrhein-Westfalen nach Baden fahren. Warum? "Weil es das schönste Quicklytreffen überhaupt ist", versicherte Geschäftsführer Kurt Schmidt. Er fährt privat, aber auch zur Arbeit mit seiner Quickly.

Interesse an den Mopeds steigt

Das Interesse an den Fahrzeugen steige, sagte er, und Rudi Vasek, Organisator des Treffens, bekräftigte dies. Der Grund sei unter anderem, dass es sich um ein erschwingliches Hobby handele, Ersatzteile einfach und zu kleinem Preis zu finden seien. Auch aus benachbarten Ortschaften kamen Gruppen. Die Quicklyfreunde Eppingen sind jedes Jahr dabei. Sie fuhren im Pulk, und an den großen Kreuzungen hielt Gabi Lang den Autoverkehr an, damit die Quicklys passieren konnten. 

Andere Besucher schauten mit Fahrrädern vorbei - etwa Jochen Schön aus Treschklingen auf seinem NSU-Opel-Damenrad aus den 1930er Jahren. "In den letzten 20 Jahren kamen kontinuierlich mehr Leute", freute sich Rudi Vasek. Diesmal sprach er gar von Besucherrekord. Weit mehr als 100 Quicklys - statt wie bislang maximal 80 - versammelten sich im Bad Rappenauer Teilort, dazu einige andere Maschinen.

Züchter verlegen Schau in den August

Für die traditionelle Ausfahrt um Obergimpern und Siegelsbach hatte sich der Klub im Jubiläumsjahr etwas Originelles ausgedacht. Rainer Schumacher aus Eberstadt, der "freie, wilde Quicklyfahrer", wie er sich selbst bezeichnet, hatte dafür gesorgt, dass eine Neckarsulmer Firma 500 Meter außerhalb Obergimperns ein Blitzgerät aufstellte, das die Fahrer auf ihren Quicklys knipste. Eine Sondernutzungs-Genehmigung der Stadt sei hierfür erforderlich gewesen, erzählte Schumacher. Wer seinen Schnappschuss kaufte, unterstützte damit die "Große Hilfe für kleine Helden".

In den vergangenen 20 Jahren hatte das Quicklytreffen zeitgleich mit der Jungtierschau des KTZV stattgefunden. Schließlich hätten die meisten Züchter und Kleingärtner früher zum Futterholen eine Quickly gehabt, sagte Vasek. Einige seien damit seit jeher Fans des "Mopeds des kleinen Mannes" gewesen, von dem NSU von 1953 bis 1967 viele Baureihen produziert hatte. Erstmals fand das Treffen allein statt. "Es überlagerte mittlerweile die Tierschau", erklärte Vasek, weshalb die Züchter ihre Schau auf 4. und 5. August verlegt haben.