Bekommen Anwohner bei der Eppinger Gartenschau einen Passierschein?

Eppingen  Wie kommen Nordstadt-Anwohner während der Eppinger Gartenschau 2021 durch das Gelände in die Südstadt? Ohne Dauerkarte vermutlich gar nicht. Die Frage trieb auch andere Veranstaltungsorte um.

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Gartenschau: Passierschein für Anwohner?

Umgegraben: In den Bahnhofswiesen vor der Eppinger Altstadt-Kulisse laufen die Bauarbeiten für die Gartenschau 2021.

Foto: Matthias Bitsch

Die Vorfreude steigt, die Arbeiten kommen voran. Im kommenden Jahr richtet Eppingen die Gartenschau aus. Von Mai bis September 2021 wird das Veranstaltungsgelände eingezäunt sein - ein Riegel für Anwohner, die etwa im Gebiet Scheuerle wohnen und zum Bahnhof wollen. Auch die Rad- und Fußgängerbrücke an der Elsenz ist Teil des Geländes.

Bleibt also nur der Weg in die Altstadt und über die Bahnhofstraße, die auch während der Veranstaltung offen bleibt. Oder Scheurles-Anwohner müssen weit nach Osten bis zur Lanzstraße und retour - ein zusätzlicher Fußmarsch von 1,4 Kilometern.

Mühlacker hat 2015 eine Sonderlösung gefunden

Gibt es für sie "eine kostenlose Eintrittskarte oder einen Passierschein", fragen Nutzer in sozialen Netzwerken. In dieser Hinsicht sei nichts entschieden, sagt Rathaussprecherin Cathrin Leuze. Bürgermeister Peter Thalmann erkennt kein echtes Problem. Dauerkarten für die Schau seien günstig, im Vorverkauf ab September sind sie für Erwachsene für 70 Euro zu haben. "Wenn jemand die Dauerkarte am intensivsten nutzen kann, dann die Eppinger", so Thalmann.

Allerdings wird die Dauerkarte den Pendlern auch nichts nützen, wenn sie sich morgens vor Öffnung der Gartenschau auf den Weg zum Bahnhof machen. Mühlacker, das 2015 eine Gartenschau ausgerichtet hat und in vielerlei Hinsicht als Eppingens Vorbild gilt, hat eine "Durchquerungskarte" angeboten. Wer das Gartenschaugelände von 6.30 bis 9 Uhr passieren wollte, zahlte nur fünf Euro während der gesamten Veranstaltung. Für Schüler gab es den Passierschein gratis, das umzäunte Gelände blockierte einen beliebten Schulweg. Das setzt aber voraus, dass die Sicherheitsleute früh morgens die Tore aufsperren.

 


Eine Ermäßigung für Einheimische gab es in Mühlacker genauso wenig wie Gratis-Eintritt für Anlieger, die während der Öffnungszeiten "nur eben mal" durch wollten. "Das ist auch nicht zu kontrollieren", sagt Armin Dauner vom Planungsamt in Mühlacker.

Hunde dürfen auch in Eppingen nicht aufs Gelände

Eine Diskussion um Eintrittspreise gab es auch in Bad Herrenalb, Gartenschau-Stadt 2017. Das Murren verebbte aber schnell, berichtet Sprecher Christian Siebje. "Wir haben sehr viele Dauerkarten verkauft, gerade an Einheimische." Einen Seniorenrabatt hatten weder Mühlacker noch Bad Herrenalb im Programm. Eppingen gewährt Besuchern ab 67 Jahren ermäßigten Eintritt - ein Novum.

An eine Kritik, die alle Gartenschau-Veranstalter begleitet, erinnert sich Christian Siebje aus Bad Herrenalb. "Es gab große Diskussionen, warum keine Hunde erlaubt sind." Das steht schon fest: Auch in Eppingen dürfen Hunde nicht auf das Gartenschau-Gelände, Fahrräder sind ebenfalls tabu. Erst nach der Veranstaltung profitieren Radler von den neu angelegten Wegen.

 


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Kommunalpolitik, Verkehr und den Kraichgau.

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