Beim Vulpiuslauf kamen 24.000 Euro zusammen

Bad Rappenau  Dank einer Rekordbeteiligung beim Vulpiuslauf in Bad Rappenau kann sich Hannas und Helenas Familie aus Lehrensteinsfeld über 24.000 Euro freuen. Mit dem Geld soll das Haus barrierefrei gestaltet und ein rollstuhlgerechtes Auto gekauft werden.

Von Gabriele Schneider
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Der 14. Vulpiuslauf beginnt: Die Läufer setzen sich in Bewegung, einer sogar mit schwerem Baumstamm auf der Schulter.

Foto: Gabriele Schneider

Die Sonne strahlte bei optimalen Temperaturen. Rund um die Vulpiusklinik tummelten sich unzählige Menschen, und kurz bevor das Spektakel begann, absolvierten viele begeistert das bewegte Aufwärmtraining mit Musik. Über 2000 Läufer und Walker waren am Samstag für den "Gesundheitslauf der Vulpiusklinik" - besser bekannt als Vulpiuslauf - gemeldet und zahlten die Teilnahmegebühr - so viele wie noch nie. 1725 davon gingen dann tatsächlich an den Start.

Die Teilnehmer hatten so ihre Solidarität mit der Veranstaltung bekundet und freuten sich aufs Laufen. Darunter einer, der am Ende unter den Schnellsten war, obwohl er sein schlafendes Kind im Kinderwagen vor sich herschob - das beim Übertreten der Ziellinie übrigens selig weiter schlummerte. Und ein Mann mit schwerem Baumstamm über der Schulter.

Die schnellsten Läufer

Schnellster Mann war Patrick Reischle vom Team TSG 1845 Heilbronn. Er benötigte nur 20,21 Minuten für die Sechs-Kilometer-Distanz. Am Vulpiuslauf nahm er zum ersten Mal teil. Er sah den "kleinen Lauf" als Training für den Bottwartal-Marathon am nächsten Wochenende. Zweiter wurde Jens Haller (Team "AR Sport, 20,52 Minuten). Die schnellste Frau war Diana Besse (Team Volksbank Kraichgau, 27,22 Minuten), Zweitschnellste Annika Lohmiller (Str8 Fitness, 27,33 Minuten). Beim Walking hatten Annegret Pauler (Team TSV Lehrensteinsfeld, Turnen, 29,22 Minuten) und Emanuel Michaelik (Team Feuerwehr Ellbachtal, 26,57 Minuten) die Nase vorn. 

Auch beim Kinderlauf waren 80 Jungs und Mädels dabei. "Er wird immer besser angenommen", freute sich Assistenzarzt Felix Schumann vom gut eingespielten Organisationsteam, "aber künftig müssen wir etwas tun, dass der Lauf nicht im Programm untergeht." Insgesamt werde die Organisation, um die sich die Fachbereiche der Klinik kümmern, immer aufwendiger. Darum gab es heuer auch nur eine Laufstrecke, die Sechs-Kilometer-Route. Seit 15 Jahren existiert das Projekt, dieses Jahr fand der Lauf zum 14. Mal statt. Dessen Hintergrund ist aber nicht nur der gesundheitliche Aspekt, sondern immer auch eine soziale Angelegenheit aus der Region.

Wem das Startgeld und die Spenden zugute kommen

Diesmal wurde der Familie der siebenjährigen Zwillinge Hanna und Helena aus Lehrensteinsfeld geholfen. 24.000 Euro brachten Startgeld und Spenden ein. Die setzt die Familie, zu der noch ein Bruder zählt, für den barrierefreien Umbau des Hauses und den Kauf eines rollstuhlgerechten Autos ein. Die beiden Mädchen haben einen sehr seltenen Gendefekt auf dem FOXG1-Gen, der dem atypischen RETT-Syndrom zugeordnet wird. Was man im "Fachchinesisch" kaum versteht, hat in der Realität zur Folge, dass sie nicht stehen, laufen, sprechen, selbstständig essen oder trinken können und geistig behindert sind, wie ihr Papa Christian Stein erzählt - und voller Liebe hinzufügt: "Sie sind aber zwei fröhliche Kinder, und wir sind sehr glücklich, dass wir sie haben."

Helena und Hanna nahmen in ihren stylischen pinkfarbenen Rollstühlen mit Schmetterlingsdeko am Kinderlauf teil, geschoben von ihren Eltern. Ebenfalls mit dabei waren der vierjährige Finn und seine siebenjährige Schwester Charlene. "Wir nehmen immer am Kinderlauf teil, wenn es einen gibt", erklärte Charlene, denn "das macht einfach richtig Spaß." Selbst bei den Erwachsenen lief Charlene schon mit - im Team "Gemeinsam in Bad Rappenau für und mit Flüchtlingen".

Der nächste Vulpius Gesundheitslauf für den guten Zweck findet am 10. Oktober 2020 statt.

 


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