Bei Flugzeugabsturz im Iran verunglückte Familie aus Eppingen

Iran/Eppingen  Die Menschen in Eppingen trauern um eine junge Frau und ihre zwei Kinder, die unter den 176 Opfern sind, die bei einem Flugzeugabsturz nahe Teherans starben. Die Familie war im Gemeindeleben sehr aktiv.

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Nach dem Flugzeugabsturz im Iran
Unter den 176 Opfern, die bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Teheran ums Leben kamen, befand sich eine Familie, die vier Jahre lang in Eppingen gelebt hatte. Foto: dpa

Unter den 176 Opfern der im Iran abgestürzten Boeing-Maschine befand sich eine ehemalige Eppingerin mit ihren zwei Kindern, wie die Stadt am Freitag bestätigte.

Stilles Gedenken

"Überall wo Sakineh A. auftrat, nahm sie durch ihre Herzlichkeit die Menschen für sich ein", erzählt eine langjährige Weggefährtin aus dem Asylarbeitskreis. Im ehrenamtlichen Café Treff Melange war sie gern gesehen. "Als wir von dem Absturz erfuhren, waren alle sehr bestürzt. Es ruft bei uns große Trauer hervor." Das Gedenken an die Familie sei still und voller Anteilnahme gewesen.

Das Café ist ein offener Begegnungsort. 2013 zog Sakineh A. mit ihrer Tochter nach Eppingen. Die beiden kamen aus dem Iran, wo sie nach der Flucht aus Afghanistan lebten. Ihr Sohn kam in Sinsheim zur Welt.

Zwei Kinder im Grundschulalter

Schnell baute sie eine Beziehung zur Nachbarfamilie auf, mit der sie Deutsch lernte. 2014 beteiligte sie sich an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt und dem ökumenischen Gemeindefest der Begegnung auf dem Kolpinggelände. "Sakineh war ein sehr intelligenter Mensch", erinnert sich ein Familienfreund. Ihr High-School-Abschluss wurde in Deutschland anerkannt.

"Sie strebte eine Ausbildung im technischen Bereich an." Zwei Mal arbeitete sie als Praktikantin bei regionalen Unternehmen. 2017 zog sie nach Soest. Dort lebt auch ihr Bruder. Sie war im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Arzthelferin bei einem Chirurgen. Ihre Tochter ging in die zweite Klasse. Ihr Sohn sollte nächsten Sommer eingeschult werden.

Die Familie war auf dem Rückflug aus dem Iran, um über Neujahr und die Ferien Eltern und Großeltern zu besuchen.


Daub

André Daub

Volontär

André Daub arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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