Baustart am Schwanen: Neues Bürgerhaus entsteht

Eppingen  Erst Dreh- und Angelpunkt der Gartenschau 2021, dann Bürgerhaus: Eppingen hat mit dem ehemaligen Gasthaus Schwanen einiges vor. Mit einem Festakt ist der mehr als drei Millionen Euro teure Umbau des Gebäudes an der Bahnhofstraße am Dienstag offiziell eingeläutet worden.

Baustart am Schwanen: Neues Bürgerhaus entsteht

"Das wird das zentrale Gebäude für die Gartenschau", sagte Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke im Schwanensaal, der mit Stuckdecken und Leuchtern immer nach ein stattliches Bild abgibt. Ansonsten sind überwiegend die blanken Wände zu sehen vom Gebäude, das nach 2021 eine vielleicht noch wichtigere Funktion erfüllt, so Holaschke: "Wir wollen dieses Haus den Bürgern anbieten."

"Sperriges Gebäude" wird Multitalent

Für Professor Henning Baurmann ist der Schwanen, erbaut 1901 als Gaststätte im Stil des Historismus, ein prägendes Gebäude, "wenn auch vielleicht nicht das allerschönste", so der Architekt vom Karlsruher Büro Baurmann und Dürr. "Sperrig" sei der Schwanen allemal, deswegen seien die Pläne auch besonders ehrgeizig.

Wenn alles fertig sei, könne in dem Gebäude auf drei Etagen unabhängig voneinander Veranstaltungen stattfinden, alles barrierefrei. "Das Bürgerhaus muss man erstmal finden, das das kann", ist Baurmann vom Konzept überzeugt.

Baustart am Schwanen: Neues Bürgerhaus entsteht

Scharnierfunktion bei der Großveranstaltung

Das Schwanen-Gebäude liegt dort, wo zentrale Teile der Gartenschau 2021 zusammentreffen. Von Westen laufen die künftigen Gärten am Bachwegle auf den Schwanen zu. Östlich schließt sich der Kleinbrückentorplatz an, der wiederum das Tor zum Bürgerpark Bahnhofswiesen sein soll. Dort entsteht derzeit eines der Gartenschau-Glanzlichter, der Stadtweiher am Fuß einer Freitreppe. Der Schwanen soll 2021 den Treffpunkt Baden-Württemberg beherbergen, also die offizielle Vertretung der Landesregierung, die es bei solchen Veranstaltungen immer gibt.

Sei es bei den Landesgartenschauen oder bei den kleineren Grünprojekten oder schlicht Gartenschauen, wie Eppingen eine ausrichtet. Markantester Teil des neuen Schwanen wird der mit Holz verkleidete Anbau, der zu einem Aussichtsturm umfunktioniert wird. Ist die Gartenschau vorbei, soll im Bürgerhaus Schwanen unter anderem die Integrations- und Seniorenstelle unterkommen, die derzeit noch im Rathaus beheimatet ist. Vereine werden Räume bekommen. Der Schwanensaal steht nach dem Umbau für öffentliche Veranstaltungen bereit, kann aber auch gemietet werden.

Hohe Zuschüsse vom Land

Für die Stadt ist das Vorhaben trotz der hohen Kosten von 3,2 Millionen Euro fast ein Schnäppchen. Durch die Gartenschau hätten sich "wichtige Fördertöpfe" aufgetan, würdigte OB Holaschke den Beitrag des Landes, das fast zwei Millionen Euro zuschießt.

Bis Jahresende sollen nun alle Räume "auf Rohbaustruktur zurückgebaut werden", erläuterte Architekt Baurmann das weitere Vorgehen. Dann gehen die Arbeiten richtig los, auch ein Aufzug und ein zweiter Fluchtweg werden eingebaut. Die Aufgabe ist komplex, gerade im Schwanensaal sei der bauliche Eingriff "exorbitant", werde im Nachhinein aber nicht mehr zu erkennen sein. "Der Saal bleibt in seiner Wirkung erhalten, wird aber mit moderner Technik ausgestattet."

 

Alexander Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist seit 2003 bei der Heilbronner Stimme. Er berichtet über den Kraichgau, Verkehr, Pendler und Themen aus benachbarten Landkreisen. 

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