Bagger fressen sich durch Autobahnbrücke

Bad Rappenau  Es ist ein hartes Stück Arbeit für den Bagger: Am Wochenende wird der nördliche Teil der Autobahnbrücke zwischen Fürfeld und Bonfeld abgerissen. Die Landesstraße 1107 ist deswegen noch bis Sonntag gesperrt.

Von Stefanie Pfäffle

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Zähe Sache: Die Brücke leistet den Baggern mehr Widerstand als gedacht. Foto: Stefanie Pfäffle  

Wäre da nicht so viel Beton und Stahl, könnte man sich fast in die Urzeit zurück versetzt fühlen. Der Aufsatz des Baggers mutet wie ein großer Dinosaurierkopf an, der sich an einem riesigen Stück Fleisch labt. Stück für Stück frisst er sich durch sein Opfer – den nördlichen Teil der Autobahnbrücke zwischen Bonfeld und Fürfeld.

Im Rahmen der sechsspurigen Erweiterung der A6 wird diese am Wochenende abgerissen. Die darunter befindliche Landesstraße L1107 ist von Freitagnacht bis Sonntag im Laufe des Tages für den Verkehr gesperrt – kürzer als vorgesehen. Die Auf- und Abfahrten zur Autobahn an der  Anschlussstelle Bad Rappenau sind von der Sperrung nicht betroffen. Sie sind durch Umleitungen erreichbar.  

Brücke wehrt sich hartnäckig

Eigentlich hatte die durchführende Firma Max Wild GmbH gehofft, dass sie am Samstagvormittag schon fast fertig ist. Doch die Brücke von 1967 wehrt sich hartnäckig. „Jedes Bauwerk ist ein kleines Überraschungsei und bei diesem tun wir uns schwerer als gedacht“, erklärt Bauleiter Robert Kastenberger. Man hängt hinter dem Zeitplan, doch weil die Sperrung sehr großzügig bis Montagmorgen drei Uhr kalkuliert und angekündigt war, wird man trotzdem weit früher fertig werden.

Es staubt ordentlich, wenn sich die beiden Knabberer mit bis zu 800 Tonnen Druck an Stahl und Beton zu schaffen machen. Rund 2000 Kubikmeter Abbruchvolumen kommt hier zusammen. Fein säuberlich wird das Material sortiert, aufbereitet und wiederverwertet. „Wir haben eine Recyclingquote von 95 Prozent beim Beton“, erläutert Michael Endres, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei ViA6West, dem Konsortium, das den Ausbau der Autobahn steuert. 

Bauwerk ist für sechs Spuren nicht breit genug

An sich ist die Brücke erst vor sieben Jahren ertüchtigt worden. Trotzdem wird sie nun abgerissen und neu gebaut. Das Ende der theoretischen Nutzungsdauer im Jahr 2037 liegt nämlich noch vor Ende der Zeit, in der ViA6West für die Strecke zuständig ist. „Wir müssen alle Bauwerke Ende 2046 in einem vorher definierten Zustand übergeben, außerdem ist die Brücke für sechs Spuren nicht breit genug.“

Idealer wäre es, wenn beide Brückenhälften gleichzeitig abgerissen werden würden, aber dann müsste die Autobahn voll gesperrt werden und das soll wegen des hohen Verkehrsaufkommens wirklich nur in Ausnahmefällen geschehen. So wie voraussichtlich am 7. und 8. sowie 14. und 15. Juli in Sinsheim. „Der Vorteil dort ist aber, dass die Anschlussstellen eng beieinander liegen.“

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