Badewelt Sinsheim: Erweiterung der Superlative soll bald starten

Sinsheim  Mit Investitionen von einer halben Milliarde soll die Sinsheimer Badewelt zur weltweit größten Anlage dieser Art werden.

Von Alexander Hettich

Die Badewelt in Sinsheim wächst und wächst. Dieser Artikel aus dem November gehörte zu den erfolgreichsten Stimme.de-Artikeln des Jahres 2017. Und durch den Tod des Bäder-Unternehmers Wundhat das Thema eine neue Aktualität.

 

 

„Der Bauantrag liegt vor“, teilte Jörg Albrecht auf Nachfrage mit. Sinsheims Oberbürgermeister geht davon aus, dass vielleicht sogar noch in diesem Jahr Bagger anrücken. Zuletzt gab es noch Differenzen mit einem Nachbarn, die laut Albrecht mit einem Gespräch diese Woche ausgeräumt sein dürften. Dann startet die erste Etappe der Erweiterung, ein Spaßbad mit 38 Rutschen und ein Hotel entstehen. Später sollen weitere Hotels, Wellnessanlagen, Beauty- und Medizinangebote hinzukommen.

Weiterlesen: Badewelt-Chef Wund stirbt bei Flugzeugabsturz

„Nummer eins der Welt“ unter den Bädern soll Sinsheim werden, teilt die Firmengruppe Josef Wund mit. Bisher nimmt die Therme Erding – bis dato Flaggschiff des Wund’schen Bäderparks – diesen Titel für sich in Anspruch. Der Friedrichshafener Unternehmer hat mit dem immer gleichen Konzept ein Netz von Bädern aufgezogen: Palmen, Glas, Saunenlandschaft. Jetzt sollen 500 Millionen Euro nach Sinsheim fließen.

Ein Mega-Projekt

Die Investition macht sich auch im Vergleich zu anderen Mega-Projekten der Region enorm aus. Der Neubau der Lidl-Zentrale in Bad Wimpfen etwa wird auf 200 Millionen Euro geschätzt. Auch die Bundesgartenschau Heilbronn reicht mit knapp 190 Millionen Euro für  Investitionen und Durchführung nicht an das heran, was Wund für Sinsheim plant.

 
 

 

Die Zahl ruft Skeptiker auf den Plan, die an der Machbarkeit zweifeln. Wund betont, die Finanzierung sei gesichert. Sinsheims OB Albrecht ist überzeugt: „Das Geschäftsmodell läuft.“ Das zeigten die Besucherzahlen, mit denen die Badewelt schon jetzt Platzhirsch unter den Wellnessanlagen der Region ist.

 
 

In der bestehenden Badewelt hatte die Stadt das integrierte Hallenbad mitfinanziert. Die Kommune ist dessen Eigentümer, hier finden Schul- und Vereinssport statt. Mit der jetzt anstehenden Erweiterung habe die Stadt finanziell „Null komma Null“ zu tun, betont Albrecht.

Eine Attraktion neben der nächsten

Stadt und Umland versprechen sich trotzdem viel vom Attraktionenpark, zu dem sich das Gelände südlich der A 6 gemausert hat. Hier ballen sich das Stadion von 1899 Hoffenheim, Badewelt, Technikmuseum und bald das neue Klima-Erlebniszentrum der Hopp-Stiftung. Das bringt neben einem deutschlandweiten Bekanntheitsgrad auch Übernachtungsgäste und Aufträge für lokale Handwerker, wie der Rathauschef hervorhebt. Die Stadt im Kraichgau sieht sich in der Erfolgsspur, seit sie vor rund zehn Jahren mit dem Wegzug wichtiger Messen einen herben Schlag einstecken musste. Seither setzt Sinsheim voll auf Freizeitattraktionen – zulasten der Industrieflächen.

 

 
 

 

 
 

 

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