Bad Rappenau sucht nach Ideen für eine belebtere Innenstadt

Bad Rappenau  Parteien und Organisationen sind sich einig: In der Bad Rappenauer Innenstadt muss sich etwas tun. Bis zum 30. Juni können Bürger ihre Ideen in einer Online-Umfrage einbringen.

Von Elfi Hofmann
Die eine Lösung gibt es nicht

Zu wenige Menschen kommen in die Bad Rappenauer Innenstadt. Das soll sichin Zukunft ändern. Dafür werden jetzt auch die Bürger befragt.

Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Die Innenstadt beleben und attraktiver gestalten - ein Thema, das zahlreiche Bad Rappenauer umtreibt. Ein erster Schritt ist bereits getan, im kommenden Winter soll vor dem Rathaus eine wetterunabhängige Eislaufbahn aufgebaut werden. Außerdem läuft noch bis 30. Juni eine Online-Umfrage, in der die Bürger ihre Ideen einbringen können. Ideen zur Innenstadtbelebung haben auch die Parteien und Organisationen.

Das größte Problem sehen sie in der Tatsache, dass sich zwar um den Bahnhof einiges getan habe, das Gebiet beim Rathaus bisher aber vernachlässigt wurde. Die Ortsmitte wird oft als öde und leer kritisiert. Einen Begegnungsort schaffen, beispielsweise durch ein neues Café, das kann sich die CDU gut vorstellen. Außerdem müsse der gesamte Platz attraktiver gemacht werden. "Durch die große Steinfläche und wenige Bäume fällt kaum Schatten", sagt Anne Köhler. Die Fraktionssprecherin der CDU plädiert für mobile Schatteninseln, die im Sommer aufgestellt werden und so zum Verweilen einladen sollen.

Online-Umfrage soll helfen

Auch die Freien Wähler (FW) sind für eine Belebung des Rathausplatzes, allerdings Schritt für Schritt. "Die Ideen müssen von den Bürgern angenommen werden", erklärt Rüdiger Winter. Die eine Lösung, die gebe es allerdings nicht, schließlich hätten es auch andere Gemeinden nicht einfach. Man müsse letztendlich auf Bad Rappenau und die hiesigen Möglichkeiten schauen. Ein richtiger Weg sei hierbei die Online-Umfrage unter den Bürgern.

Dass man den Menschen etwas anbieten muss, das über Veranstaltungen am Wochenende und in den Abendstunden hinaus geht, da ist sich Robin Müller von den Grünen sicher. Ähnlich wie es OB Sebastian Frei bereits angeregt hatte, findet er die Idee, Kultur in die Innenstadt zu bringen, gut. Allerdings denkt er dabei nicht unbedingt an ein Open-Air-Kino wie OB Frei, sondern an eine Kleinkunstbühne mit Theater, Poetry Slam oder Jazz-Konzerten. Außerdem müssten die Ladenzeilen einladend sein. "Statt Handy-Shops sollten sich Geschäfte für Geschenke, Spielzeug oder Parfüm ansiedeln", so der Fraktionssprecher.

Aktionswochenenden reichen noch nicht

Wie die Grünen wünscht sich auch die SPD weniger Geschäfte mit Versicherungen oder Handy-Anbietern, sondern attraktiven Einzelhandel in der Innenstadt. Dass die Besitzer der Gebäude ihre Mieter nicht immer nach diesem Kriterium aussuchen können, weiß Gundi Störner, denn schließlich sind sie auf die Einnahmen angewiesen. Letztendlich müsse man auf die Anwohner und ihre Meinung hören, denn sie sind es, die in die Stadt kommen und dort einkaufen gehen. Aktionswochenenden wie Kulinarissimo und ihr Rahmenprogramm findet die Fraktionssprecherin gut, aber nicht ausreichend, um die Kunden dauerhaft zu halten. "Da muss einfach noch mehr passieren", so Störner.

Bereits am Bahnhof mit Schildern auf Geschäfte in der Innenstadt hinweisen und die Menschen damit in die richtige Richtung lenken, das stellt sich die ÖDP vor. "Markt- und Kirchplatz werden durch die Einkaufsmöglichkeiten am anderen Ende immer mehr abgehängt", gibt Klaus Ries-Müller zu bedenken. Auch er ist für Attraktionen wie Wasserspiele, die die Kunden in die Stadt holen. Klaus Harder, Spitzenkandidat für Die Linke im Kreistag, sieht auch ein Problem im Autoverkehr in der Innenstadt. Man müsse mehr Radwege schaffen, um die Stadt ruhiger und damit attraktiver zu gestalten. Auch der Wochenmarkt müsse modernisiert werden.

 


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