Azubis übernehmen für eine Woche Leitung einer Netto-Filiale

Bad Rappenau  In der Bad Rappenauer Netto-Filiale haben 14 Auszubildende vom 25. bis 30. November die Führung übernommen. Sie sollten lernen, wie es ist, die Verantwortung für eine Filiale zu tragen.

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Azubis übernehmen für eine Woche Leitung einer Netto-Filiale

Fabian Gasch (rechts) und seine Azubi-Kollegen haben für eine Woche Führungsrollen übernommen. Eine der Aufgaben war die Bestellung von Produkten.

Foto: Heffter

An ihrem ersten Tag als Chefs kommen 14 Auszubildende in die Netto-Filiale in Bad Rappenau und schauen sich um. Alles ist hergerichtet, der Boden ist sauber, die Regale sind voll. Ab jetzt ist es ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt. Sie übernehmen die Leitung und Organisation der Filiale. Zumindest für eine Woche.

Die Abläufe kennenlernen

"Am Montag standen wir im Laden, es war keine Ware bestellt und wir dachten erst einmal: Was machen wir jetzt?", erzählt Fabian Gasch. Er übernimmt in der Azubi-Woche die Rolle des Marktleiters. Der 24-Jährige ist im dritten Lehrjahr in der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. "Es dauert natürlich eine kleine Weile, bis man die Abläufe aus Führungssicht beherrscht. Aber die Auszubildenden haben das sehr gut gemacht", ergänzt Marktleiter Michael Rödel.

Bei der Bestellmenge muss anfangs noch nachgefragt werden

Die Azubis kommen aus verschiedenen Filialen, aus Gemmingen, Mosbach, Leonberg oder, wie in Fabian Gaschs Fall, aus Ötisheim.

Durch die unterschiedlichen Größen der Filialen hätten sie sich erst einmal umstellen müssen. "Ganz am Anfang hat uns die Marktleitung noch etwas geholfen, wenn es zum Beispiel darum ging, wie viel bestellt werden muss", berichtet der Nachwuchs-Marktleiter.

Er komme aus einer Filiale, die mehr Umsatz macht als die in Bad Rappenau, also habe er die Bestellmengen erfragen müssen. "Ich denke aber, das geht jeder Führungskraft so, die neu anfängt", sagt der 24-Jährige. Er wisse ja ansonsten, was erledigt werden müsse.

Azubis definieren ihre Aufgaben selbst

Der Unterschied zu seinem Arbeitsalltag sei, dass er als Marktleiter keine klar strukturierten Vorgaben mehr bekomme, sondern die Aufgaben und Abläufe selbst definieren müsse. "Es war viel Organisation und viel Kommunikation gefragt", erklärt Gasch.

Neben Einzelhandelskaufleuten seien unter ihnen auch Verkäufer-Azubis. Sie alle seien in unterschiedlichen Stadien der Lehre. Dementsprechend habe die Marktleitung auch die Aufgaben und Verantwortungsbereiche aufgeteilt. Manche stellen Werbung auf, andere kassieren oder überprüfen Hygienevorschriften und gesetzliche Vorgaben. Zum Beispiel bei Produkten: Damit sie auch wirklich aus Spanien seien, wenn Spanien als Herkunftsland auf dem Preisschild stehe.

Die Nachwuchs-Marktleiter verstehen sich gut

"Es ist eine ganz andere Arbeitsatmosphäre, wenn so viele junge Menschen den Laden übernehmen", erzählt Michael Rödel, der echte Marktleiter. Die Dynamik zwischen den Azubis sei sehr gut gewesen: "Wir haben viele Freundschaften geschlossen", sagt Gasch.

Der Austausch sei auch in Zukunft praktisch. Viele hätten das Ziel, in eine Führungsposition zu kommen. "Es ist von Vorteil, wenn Marktleiter sich kennen und schon einmal zusammengearbeitet haben", bestätigt Rödel. Den Auszubildenden für einen gewissen Zeitraum das Zepter in die Hand zu geben, ist bei vielen Unternehmen, vor allem bei Supermärkten, eine beliebte Praxis.

 


kom_heffter

Annika Heffter

Volontärin

Annika Heffter ist seit Oktober 2018 Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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