Anwohnerparken rund um die Vulpiusklinik

Bad Rappenau  Der Bad Rappenauer Gemeinderat hat eine Bewohnerparkzone beschlossen. Bald dürfen Ortsfremde nur noch maximal drei Stunden in den Straßen um die Vulpiusklinik parken. Der Stellplatz am Waldstadion ist als Ausweich geplant.

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Anwohnerparken rund um die Vulpiusklinik

Rund um die Vulpiusklinik ist es für Anwohner schwer, einen Parkplatz zu finden. Deshalb soll es jetzt eine neue Regelung geben.

Foto: Elfi Hofmann

Parkplätze sind nicht nur in Großstädten rar. Auch in manchen Straßenzügen Bad Rappenaus suchen besonders die Anwohner oft vergeblich eine Möglichkeit, ihr Auto abzustellen. Mit einer Bewohnerparkzone rund um die Vulpiusklinik will die Verwaltung dem Problem nun Herr werden.

"Jeder, der in Bad Rappenau unterwegs ist, weiß von dem Parkdruck", sagt Oberbürgermeister Sebastian Frei. Besucher müssten viele Runden drehen, wenn sie auf der Suche sind. Gemeinderat und einige Anwohner, die in den Straßen rund um die Vulpiusklinik leben, regten wiederholt eine Lösung des Problems an.

Wer hat einen Anspruch, sein Auto abzustellen?

Die Kernfrage dahinter: Wer hat einen Anspruch, sein Auto abzustellen? Die Verwaltung teilte dafür drei Gruppen ein. Zum einen Besucher und Patienten. Die zweite Gruppe besteht aus Dauerparkern, die dritte aus Anwohnern. Die Idee: ein Zonenhalteverbot mit einer kurzfristigen Parkscheibenregelung von drei Stunden Dauer. Diese Lösung würde vor allem die erste Gruppe betreffen. Als Alternative ist der große Parkplatz am Waldstadion geplant, der zur besseren Nutzung neu eingeteilt werden soll. Die Mitarbeiter der Vulpiusklinik sind bereits jetzt angewiesen, am Stadion zu parken. Die Anwohner würden durch die Parkzone für das Parken in den Straßen rund um die Klinik einen eigenen Ausweis bekommen, den sie in die Windschutzscheibe legen müssen.

Freie Wähler plädieren für Einbahnstraße

Im Gemeinderat stößt die Regelung auf breite Zustimmung. Auch, wenn nicht alle Mitglieder uneingeschränkt an den Erfolg glauben. "Die Zeit wird zeigen, ob das klappt", sagt Ralf Kochendörfer (CDU). Falls die Aktion nichts bewirke, müsse man sich weitere Gedanken machen. Sven Hofmann von den Freien Wählern würde noch einen Schritt weiter gehen und eine Einbahnstraße einrichten, die Entlastung bringen könnte. Der Sozialdemokrat Reinhard Künzel hat Bedenken, dass sich die parkenden Autos dann einfach auf umliegende Straßen verteilen könnten. "Darauf werden wir schauen", so OB Frei.

Von einem auf 1,5 Parkplätze in Heinsheim

Im Bad Rappenauer Ortsteil Heinsheim gibt es ebenfalls ein akutes Stellplatzproblem. Ein Erlass zur Einführung einer entsprechenden Satzung wurde jetzt einstimmig vom Gemeinderat verabschiedet. Neben der dichten Bebauung führen die auf den Gehwegen geparkten Autos zu Problemen. Rettungsdienste oder Müllfahrzeuge kommen schwer durch die Straßen. Bei Neubauten und Nachverdichtungen soll deshalb die Regelung gelten, pro Wohneinheit einen Stellplatzbedarf von 1,5 Fahrzeugen auszuweisen. Das gilt für alle Wohnungen über 45 Quadratmeter. Unter dieser Größe bleibt es bei einer Parkmöglichkeit.

Versiegelung lässt Wasser nicht absickern

Lars Schubert, selbst aus Heinsheim, äußerte Bedenken, nachdem Gundi Störmer (SPD) angeregt hatte, zwei Stellflächen zu schaffen. "So werden immer mehr versiegelte Plätze geschaffen", sagt der Grüne Gemeinderat. Der Ortsteil sei bereits durch Hochwasser gefährdet. Je mehr Versiegelung, desto schwerer könne Wasser versickern. Ralf Kochendörfer von den Freien Wählern ist grundsätzlich für einen Kompromiss: "Heinsheim soll und muss sich weiterentwickeln." Für Klaus Ries-Müller (ÖDP) ist die neue Regelung ein guter Kompromiss, auch mit Blick in die Zukunft.

Sogenannte gefangene Parkplätze werden in den Stellplatzbedarf nicht mit eingerechnet.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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