Adelshofener Projekt in der Warteschleife

Eppingen  Der Technische Ausschuss des Eppinger Gemeinderats hat ein Adelshofener Bauprojekt in die Warteschleife geschickt. Im Gremium wurden am Dienstag Zweifel laut, ob der Ausbau eines Weges beim Friedhof wirklich nötig ist. Jetzt soll noch einmal der Ortschaftsrat gehört werden.

Von Alexander Hettich

Adelshofener Projekt in der Warteschleife

Weg des Anstoßes: Dieser Wiesenpfad beim Adelshofener Friedhof soll gepflastert werden. Nun soll der Ortschaftsrat sich erneut äußern, ob das nötig ist.

Foto: Theuer

Am Adelshofener Friedhof sollen 18 Parkplätze befestigt werden und die Schottervariante ablösen. Daneben wird der Gehweg gerichtet. Das war im Ausschuss unstrittig. Allein 100.000 Euro des auf 276.000 Euro geschätzten Paketes entfallen aber auf einen Wiesenweg, der etwas nördlich hiervon zwischen Hilsbacher Straße und Friedhofweg durch Gartengrundstücke führt. Hier sehen die vom Ortschaftsrat einstimmig befürworteten Pläne vor, dem Pfad einen Pflasterbelag zu spendieren.

Weg-Pflasterung kostet 100.000 Euro

"Da wird keiner von der Ortsmitte zum Friedhof laufen", gab Herbert Meixner (CDU) zu bedenken. In der Tat ist der Pfad als Zugang zum Friedhof nicht erforderlich. Er sei aber eine häufig genutzte "Verbindung in die freie Landschaft", erläuterte Bürgermeister Peter Thalmann, der sich für den Ausbau aussprach. Meixners Fraktionskollege Reinhard Keller berichtete von einem Termin vor Ort, bei dem auch Adelshofener den Weg für verzichtbar erklärt hätten. Ortsvorsteher Gunter Seitz und sein Stellvertreter Steffen Gomer fehlten in der Sitzung entschuldigt. Deshalb entschied der Ausschuss, das ganze Paket zu vertagen und noch einmal die Meinung des Ortschaftsrates einzuholen.

Frank Edlinger vom städtischen Tiefbauamt fürchtet keine wesentlichen Verzögerungen, wenn die Entscheidung in einer der nächsten Ratssitzungen vor der Sommerpause fällt. Die Pflasterung des Weges ist vergleichsweise teuer, weil eine Bauzufahrt über Privatgelände geschaffen werden muss. Danach muss die Stadt Zäune und Bordsteine wieder herrichten lassen. "Das ist schon etwas aufwendiger", so Edlinger auf Nachfrage.

Ortschaftsräte: Beratend, aber bedeutend

Die Ortschaftsräte, die es in jedem der Eppinger Stadtteile gibt, haben beratende Funktion. Der Gemeinderat legt in der Regel großen Wert auf ihr Votum und folgt den Beschlüssen in den allermeisten Fällen. Die Ortschaftsräte stehen in Eppingen am 26. Mai zur Neuwahl.

Die Bedeutung der Stadtteile unterstreicht Eppingen auch damit, dass die Stadt an der sogenannten Unechten Teilortswahl festhält. Dadurch wird den Ortsteilen eine bestimmte Anzahl an Sitzen im Gemeinderat garantiert. Andere Gemeinden - etwa Ilsfeld - haben sich mittlerweile von diesem Wahlprinzip verabschiedet.

 

 


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