600 Wanderer sind beim Eppinger Linien Wandermarathon dabei

Eppingen  Der dritte Eppinger Linien Wandermarathon ist ein voller Erfolg. Als Gag erhalten die Naturfreunde an der Grenze von Baden und Württemberg einen Passierschein. Viele Stationen für Verpflegung oder Aussichten und Geschichten sind in die Strecke integriert.

Von Nicole Theuer
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An der badisch-württembergischen Grenze erhielten die Wanderer einen Passierschein, danach öffnete sich der Schlagbaum. Foto: Franz Theuer

Der Samstagmorgen ist frisch, die Temperaturen sind noch nicht in den zweistelligen Bereich geklettert, als Elfriede Schleusener im Wald zwischen Ochsenburg und Mühlbach bei Kilometer 32 Position bezieht. Dort, wo normalerweise nur forstwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs sind, steht an diesem Morgen ein gelb-rot lackiertes Grenzhäuschen mit Schlagbaum.

Auf der Mühlbacher Seite prangt das Wappen des Königreichs Württemberg an der Außenwand, gegenüber ist das Wappen des Großherzogtums Baden angebracht. "Hier ist die Grenze zwischen Baden und Württemberg", erzählt Elfriede Schleusener, "deshalb bekommen die Wanderer einen Passierschein und der Schlagbaum öffnet sich nach Erhalt." Die Wanderer sind die Teilnehmer des Eppinger Linien Wandermarathons.

Der dritte Wandermarathon

Zum dritten Mal hat die Tourismusgemeinschaft Kraichgau-Stromberg den Wandermarathon ausgerichtet. Innerhalb weniger Stunden waren die 600 Startplätze, 450 für die 42 Kilometer lange Strecke zwischen Mühlacker und Eppingen, 150 Startplätze für den Halbmarathon zwischen Mühlacker und Zaberfeld-Leonbronn, ausgebucht. Die Idee zu diesen Passierscheinen hatten die Eppinger Heimatfreunde. Eine Idee, die ankommt. "Das ist ja nett", findet die erste Gruppe, die den Schlagbaum an diesem Morgen passiert.

Doch, warum laufen gerade unternehmungslustige Wanderer falsch herum, kommen aus Richtung Baden und wollen nach Württemberg? "Nein", beruhigt Markus Bader, "wir laufen nicht falsch herum, wir wussten gar nichts von dem Wandermarathon." Es sei Zufall, dass sich die Wege irgendwo bei Ochsenburg kreuzen. "Uns war gar nicht so bewusst, dass wir hier die Grenze zwischen Baden und Württemberg überqueren."

Wandererlebnis für Naturfreunde

Dann heißt es warten auf die ersten Wanderer, die den Marathon absolvieren. Kurz nach 12 Uhr ist es soweit, aus dem Wald taucht der Eppinger Markus Lahme auf. Gemeinsam mit seiner Frau hat er die 42 Kilometer unter Schusters Rappen genommen. "Wir haben ein bisschen zu lange überlegt, ob wir uns anmelden sollen, deshalb haben wir keinen offiziellen Startplatz mehr bekommen", bedauert er, "daher laufen wir sozusagen außer Konkurrenz mit."

Das Wandererlebnis wollten sich die Naturfreunde aber nicht entgehen lassen. "Was gibt es schöneres, als an einem so schönen Morgen durch den Wald zu laufen und sich dabei auch noch ein bisschen anzustrengen", meint Lahme, der weiß, "man muss durchlaufen, darf nicht zu viele Pausen machen und sollte gleichmäßig ausschreiten, sonst werden irgendwann die Beine müde und schwer". Sechs Stunden braucht das geübte Wandererpaar für die 32 Kilometer und gehört zu den Schnellsten auf der Strecke. Marcel Gencgel, der für die Stadt Eppingen das Event organisiert hat, prognostiziert, als er der Grenzstation eine Stippvisite abstattet: "Das Gros der Läufer kommt zwischen 14 und 16 Uhr durch."

Neben der reizvollen Landschaft fernab stark befahrener Straßen warten auch elf Hügelerlebnisse beziehungsweise Hügelstationen auf die Wanderer. Während an den Hügelerlebnissen mal kulinarische Genüsse, mal beeindruckende Aussichten oder Geschichten auf die Wanderer warteten, dienen die Hügelstationen der Verpflegung. Hügelerlebnisse waren beispielsweise am Verhack in Diefenbach, im Kloster Maulbronn, am Weitblick in Kürnbach, am Bauernopfer, am Hardwaldgipfel, der Himmelsleiter, der Chartaque, am Schanzschlag und am Waldrand zwischen Ochsenburg und Mühlbach.

Strecken

Traditionell führt der Eppinger-Linien-Wandermarathon von Mühlacker über Maulbronn, Sternenfels, Kürnbach, Sulzfeld, Zaberfeld nach Eppingen. Der Start ist in der Enztalhalle in Mühlacker und das Ende im Kraichgaustadion in Eppingen. Teilnehmer haben auch die Möglichkeit, einen Halbmarathon von Mühlacker über Maulbronn bis nach Zaberfeld zu absolvieren. In diesem Jahr war der ursprüngliche Plan, die Teilnehmer nicht im Kraichgaustadion zu empfangen, sondern auf der Seebühne auf dem Gartenschaugelände.


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