Zahngold-Erlös für Gesundheitsprojekte

Ex-Fußballer Overath nimmt als Schirmherr der „Aktion Z“ Millionenspende entgegen

Von Marc Schmerbeck
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Millionenspende für Gesundheitsprojekte (von links): Dr. Wolfgang Schnickmann, Zahnärztekammer Nordrhein, Schirmherr Wolfgang Overath und Dr. Bernhard Jäger, Beauftragter der Landesärztekammer für die Aktion Z.Foto: Marc Schmerbeck

Sinsheim - Wolfgang Overath war zu seiner aktiven Zeit als Fußballer der geniale Spielmacher, der Passgeber. Er wurde 1974 Fußball-Weltmeister. Jetzt sitzt er bei Spielen seines 1. FC Köln im Abseits. Als Club-Präsident auf der Tribüne oder in der Vip-Loge. Vor dem Gastspiel seines Zweitliga-Teams am Sonntag bei 1899 Hoffenheim machte er einen kurzen Abstecher in die Ratsstube in Dühren. „Guten Morgen“, sagte er betont fröhlich und klopfte zur Begrüßung in Sportlermanier auf den Tisch. Es war nebenbei bemerkt um 13.18 Uhr.

Noch was anderes? Mit 40 Jahren habe er festgestellt, dass es auch noch etwas anderes als Sport gibt. Der 60-Jährige realisierte, dass mit Geld Gutes getan werden kann. So lädt er seit rund 15 Jahren zu Weihnachten rund 100 bis 150 Obdachlose zum Essen ein. Seit kurzem ist er zudem Schirmherr der „Aktion Z - Altgold für die Dritte Welt“ der Landesärztekammer. Zu dieser Funktion kam er durch seinen Siegburger Nachbarn, langjährigen Freund und Zahnarzt Dr. Wolfgang Schnickmann.

Und so hatte er vor dem 2:0-Sieg seines FC noch einen freudigen Anlass am Sonntag. Er nahm eine Spende von rund 1,1 Millionen Euro entgegen. In einem zweijährigen Zeitraum wurde in Zahnarztpraxen Zahngoldspenden entgegen genommen. Mit diesem Geld werden nun Gesundheitsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. Finanziert wird unter anderem der Kauf von Medikamenten für Basisgesundheitsdienste und Armenapotheken, der Unterhalt von Armenkliniken, medizinische Hilfe für Straßenkinder, Projekte der Gesundheitserziehung, medizinische Nothilfe in Krisengebieten sowie zahlreiche Lern- und Ausbildungsprogramme für Kinder und Jugendliche. Die drei begünstigten Organisationen sind „Hilfe zur Selbshilfe Dritte Welt e.V., Dossenheim“, „Don Bosco Jugend Dritte Welt, Bonn“ und „Komitee Ärzte für die Dritte Welt e.V., Frankfurt“.

„Diese Aktion soll die Bevölkerung ermutigen, das ausgediente Zahngold in die Sammelbüchsen zu spenden, die in vielen Praxen aufgestellt sind“, sagte Dr. Bernhard Jäger, Beauftragter der Landesärztekammer Baden-Württemberg für die „Aktion Z“. Oft hat das Gold im Mund nach einer Zahnsanierung ausgedient und liegt achtlos im Nachttisch. Dabei kann das Gold noch für gute Dienste eingesetzt werden.

Bisher fünf Millionen Euro „Ich finde, diese Aktion ist etwas ganz Besonderes“, sagte Overath. „Für die Ärmsten der Armen können Hilfsorganisationen viel mehr bewegen als die Regierungschefs dieser Welt, denn sie kennen die schlechte Situation vor Ort mit den Schicksalen der einzelnen Menschen viel besser.“ Das Geld fließe zu 100 Prozent in die Projekte der Organisationen, betonte Jäger. Kein Cent bleibe in der Verwaltung hängen. Seit Bestehen der „Aktion Z“ kamen über fünf Millionen Euro zusammen. „Wir bringen die Hilfe dorthin, wo Not ist“, sagten Hans-Jürgen Dörrich von Don Bosco und die anderen Vertreter der Hilfsorganisationen.


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