Wildkatzenfund - "Kleine wissenschaftliche Sensation"

Kraichgau  Kraichgau - Vor rund einem Jahr wurde ein Kätzchen aufgelesen und in einem Tierheim abgeben. Genetische Untersuchungen haben jetzt ergeben, dass es sich bei dem Tier um eine reinrassige Wildkatze handelt.

 

Die Wildkatze kurz vor ihrer Auswilderung. Foto: Klaus Echle/FVA
Kraichgau - Vor rund einem Jahr hatte ein Mann an einem Waldparkplatz auf Kraichtaler Gemarkung ein Kätzchen aufgelesen, das er in das Tierheim Bruchsal brachte. Die Mitarbeiter stellten bei dem etwa 16 Wochen alten Tier Unterschiede zur bekannten Hauskatze fest und wandten sich an den Arbeitsbereich Wildtierökologie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA). 

Genetische Untersuchungen haben jetzt ergeben, dass es sich um eine reinrassige Wildkatze handelt. 

„Das Auftreten der Wildkatze im Kraichgau ist eine kleine Sensation“, freut sich Bernhard Peichl, Leiter des Forstamts im Landratsamt Karlsruhe, „es ist schon lange bekannt, dass einige der streng geschützten Tiere im benachbarten Stromberggebiet leben, in den Waldinseln des Kraichgaus hat man sie aber bisher nicht vermutet“.  

Wiederauswilderung

In Zusammenarbeit mit dem Forstamt im Landratsamt Karlsruhe, dem Wildtierbeauftragten und den Spezialisten aus Freiburg konnte in der Nähe des Fundortes ein Standort für die Wiederauswilderung gefunden werden, der fernab von Straßen und anderen Gefahrenquellen liegt. Geimpft und mit einem Chip versehen wurde die Wildkatze zwischenzeitlich wieder in die Freiheit entlassen. 

Wie der Wildtierbeauftragte des Landkreises Karlsruhe, Konrad Klatt, berichtet, verschwand die zwischenzeitlich erwachsene Katze so schnell im Unterholz, das einem versierten Fotografen, den man eigens zu der Auswilderung eingeladen hatte, keine Zeit blieb, ein gutes Foto zu schießen.

Wildkamera

Um herauszufinden, ob die Wildkatze an diesem Standort bleibt oder sich ein anderes Revier sucht, wurde eine Wildkamera aufgestellt. 

Trotz dieses Fundes bittet Forstamtsleiter Peichl tierliebende Einwohner, keine Tiere aus der Natur mitzunehmen, auch wenn der Eindruck besteht, es sei hilflos.

Hinweise auf lebende oder tote Wildkatzen können an die FVA unter der Telefonnummer 0761-4018-274 oder per E-Mail an  Wildtiermonitoring.FVA-BW@Forst.bwl.de  gemeldet werden. red