Sinsheim will SNH-Kennzeichen zurück

Sinsheim - Der Kraichgau tut es den Hohenlohern gleich: Sinsheim hat sich für die Wiedereinführung des ehemaligen Kfz-Kennzeichens ausgesprochen.

Von unserer Mitarbeiterin Gabriele Schneider

Aus alter Verbundenheit: SNH
SNH in den siebziger Jahren am Eppinger Marktplatz: Das Kennzeichen ist ausgelaufen. Nun will es Sinsheim wiederbeleben.Foto: Archiv/Kammerlander

Sinsheim - Eine Umfrage brachte es ans Licht und einiges ins Rollen: 64 Prozent von 280 Befragten aus Sinsheim wünschen sich das Altkennzeichen SNH. Vor allem bei den 16- bis 30-Jährigen stieß der Gedanke mit 81,8 Prozent auf großes Interesse. Nur 24 Prozent aller Umfrageteilnehmer lehnten eine Wiedereinführung der Buchstabenkombination SNH ab. Seit der Landkreis Sinsheim, zu dem auch Bad Rappenau, Eppingen, Kirchardt, Gemmingen, Ittlingen und Siegelsbach gehörten, 1973 aufgelöst wurde, werden Fahrzeuge, die in der Stadt Sinsheim zugelassen werden, mit dem Pflichtkennzeichen HD ausgestattet.

Antrag

Doch ein derart reger Zuspruch zur ehemaligen Autonummer SNH erfordert, dass gehandelt wird, fand die Stadtverwaltung, obgleich die rechtlichen Voraussetzungen für eine Umsetzung im Moment noch gar nicht gegeben sind. "Wir stehen aber kurz davor", so OB Rolf Geinert, "und dann sehe ich die Stadt in der Pflicht, einen diesbezüglichen Antrag zu stellen." Dem stimmte nun der Hauptausschuss des Gemeinderats zu.

In der Diskussion freute sich Friedhelm Zoller (CDU), dass mit dem Wunsch nach der Autonummer SNH so viele Menschen ihre Verbundenheit ausdrückten. Er forderte allerdings, die Einführung müsse für die Kommune unbedingt kostenneutral sein. Geinert sagte dies zu. Schließlich müssten diejenigen die Gebühren tragen, die sich für das Wunschkennzeichen entschieden.

Auch Harald Gmelin (FW) stand der Einführung positiv gegenüber: "Es steht nicht ganz oben auf unserer Liste abzuarbeitender Probleme, aber wir hätten nichts dagegen." Geinert verdeutlichte, die Wiedereinführung des Altkennzeichens könne aus touristischer Sicht die Außenwirkung der Stadt verbessern. Der Städtetag Baden-Württemberg rechnet damit, dass Anträge von Kommunen nach einer Bundesrats-Entscheidung spätestens im Frühsommer gestellt werden können.

KÜN und ÖHR

Vor Sinsheim hat sich bereits Öhringen im Dezember dafür ausgesprochen, den Antrag zu stellen, neben KÜN auch das Alt-Nummernschild ÖHR zuzulassen. In der sogenannten "Gmünder Erklärung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung" haben sich bisher 13 Baden-Württembergische Städte für die Wiedereinführung der Altkennzeichen ausgesprochen. Nun wird auch Sinsheim der Gmünder Erklärung beitreten, die dafür eintritt, dass in Landkreisen mehrere Autokennzeichen parallel gelten dürfen. Laut Fahrzeug-Zulassungsverordnung gibt es neben den gängigen auch noch gültige, aber auslaufende Kennzeichen. Über deren Wiedereinführung können die Landkreise entscheiden.