Schneller surfen in Berwangen

Kirchardt - Berwanger können endlich schneller durchs Internet surfen. Bei der Lösung kommt ein Richtfunk-Signal von einer Sendeantenne auf der Kirchardter Birkenbachschule und wird von einer Antenne bei der Schule in Berwangen empfangen.

Von Gabriele Schneider

Schneller surfen in Berwangen
Bürgermeister Rudi Kübler (links), Richard Kulzer von Overturn und Martin Gärtners von Sebro. Gärtners Firma ist Breitband-Vorreiter in Berwangen.Foto: Schneider

Kirchardt - Berwanger können endlich schneller durchs Internet surfen. Bei der Lösung kommt ein Richtfunk-Signal von einer Sendeantenne auf der Kirchardter Birkenbachschule und wird von einer Antenne bei der Schule in Berwangen empfangen. Privatleute und Unternehmen empfangen das Breitbandsignal mithilfe einer Antenne. Am Dienstag wurde der erste Kunde angeschlossen: Bremsscheiben- und Bremstrommel-Hersteller Sebro im Berwanger Industriegebiet.

Kooperation

Nach den ersten beiden Tagen zeigt sich Produktionsleiter Martin Gärtners sehr zufrieden. "Es läuft richtig gut", sagt er. Und vor allem viel schneller als bisher. Gärtners nennt den Wechsel einen "Quantensprung", denn bisher surfte die Firma gerade einmal mit doppelter ISDN-Geschwindigkeit. Jetzt flutschen die Daten bei zwölf Megabit pro Sekunde, erklärt Richard Kulzer von der Firma Overturn. Der Breitbandanbieter aus Langenbach hat die Funklösung installiert.

Im Januar hatte der Kirchardter Gemeinderat die Kooperation mit dem Anbieter beschlossen. "Wir waren ja schon seit vielen Jahren dran, eine funktionierende und bezahlbare Lösung zu finden", erinnert sich Bürgermeister Rudi Kübler. "Und seit drei Jahren sehr intensiv", fügt Bauamtsleiter Michael Baumgartner an. Der letzte Versuch scheiterte im Mai 2012, als Vodafone schnellere Verbindungen bringen wollte.

Dazu hätte eine Antennenanlage in den Kirchturm der evangelischen Kirche in Berwangen eingebaut werden müssen, um direkten Kontakt zum Sendemast im Haftenwald zu erhalten. Doch der evangelische Oberkirchenrat schrieb im Mustervertrag so hohe Kosten für die Kirchturm-Nutzung fest, dass die Gemeinde die Sache abblies. "Bei dieser Lösung fallen für die Gemeinde keine Kosten an", so Kübler. Sie müsse lediglich den Antennenstandort bei der Birkenbachschule bereitstellen.

Overturn indes habe "eine höhere fünfstellige Summe" investiert, erklärte Kulzer, dessen Unternehmen in einigen Orten der Region wie Waibstadt oder Neidenstein aktiv ist, und das derzeit Gespräche mit Bad Wimpfen über eine Breitbandversorgung Hohenstadts führt. Die Berwanger zahlen monatlich 19,95 Euro für das flotte Surfvergnügen. Bald werden auch Übertragungsraten von 25 Megabit angeboten, "aber wir haben dafür bisher noch keinen Tarif festgelegt", sagt Kulzer. Für Interessierte liegen im Rathaus und im Dorfladen Informationsblätter aus.

Infobörse

Bisher schloss das Unternehmen Verträge mit zehn Berwanger Privatleuten und Firmen ab. "Tendenz steigend", sind sich Kulzer, Kübler und Gärtners sicher. Martin Gärtners ist so entflammt vom schnellen Internet, dass er seinen Mitbürgern einen Service von Kunde zu Kunde anbietet: "Wer mag, kann uns gern anrufen und Fragen stellen."