Retter packen für arbeitstaugliche Räume kräftig an

DRK-Ortsverein baut im Gesundheitszentrum und plant Projekte

Von Andreas Waidler

Retter packen für arbeitstaugliche Räume kräftig an
Im Ostflügel residieren Praxen und das Rote Kreuz, der andere Gebäudeteil wartet noch auf Nutzer.

Fotos: Andreas Waidler, Alexander Hettich, Montage: Manfred Meißner

Geschäftiges Treiben im ehemaligen Krankenhaus in Eppingen. Seit wenigen Wochen werden in den neuen DRK-Räumen unterm Dach Helfer für den Ernstfall ausgebildet. Der Ortsverband hat ein neues Zuhause gefunden. Doch bis dahin war es ein langer und beschwerlicher Weg.

„Die Idee entstand vor eineinhalb Jahren“, erzählt Ernst Jakob, Bereitschaftsleiter des DRK. „Bis März 2007 mussten wir unsere Räume in der Frauenbrunnerstraße räumen.“ Der Mietvertrag der Stadt war auf fünf Jahre beschränkt. Der Gemeinderat entschloss sich, das Gesundheitszentrum auszubauen. Eine günstigste Variante für den DRK-Ortsverein. Im Erdgeschoss befindet sich die Gemeinschaftspraxis von Doktor Stefan Linke und Doktor Christoph Dorschner, im ersten Stock die fachinternistische Praxis Doktor Kasih und im zweiten Stock die Räume des DRK.

Zwar übernahm die Stadt die groben Renovierungsarbeiten, doch trotzdem blieb viel Arbeit für die ehrenamtlichen Helfer. Neben einem Besprechungsraum und einer Einsatzleitzentrale werden ein großer Ausbildungsraum, eine Küche, zwei Materialräume und einen kleinen Putzraum eingerichtet.

Den kompletten Innenausbau leistete der Ortsverein. Knapp 100 000 Euro kostete die Sanierung des Dachgeschosses - davon tragen die Frauen und Männer des DRK Eppingen 15 000 Euro selbst. „Für die Zukunft sind also Sparmaßnahmen angesagt“, meint Uwe Plössl, DRK-Ausbilder. Mehr als 1375 Stunden investierten die Helfer für den Ausbau der Räume. „Es gab keine Feiertage und kein Wochenende“, klagt Plössl und Ernst Jakob fügt hinzu: „Aber wir hatten uns ein Ziel gesetzt und wollten bis Januar umgezogen sein.“

Verstaut ist noch nicht alles, aber die Helfer geben sich zuversichtlich: „Es liegt noch Arbeit vor uns“, gibt Plössl zu und Jakob ergänzt: „Aber der große Schritt ist getan.“ Der Dank gilt, neben den 20 beteiligten Helfern des DRK, den Menschen, die nicht zum Roten Kreuz gehören. „Wir hatten acht Helfer, die nicht bei uns involviert sind“, lobt Uwe Plössl. Statt nach den anstrengenden Wochen auf die Bremse zu treten, gibt der Ortsverein Eppingen richtig Gas: „Endlich können wir zwei Ausbildungen parallel laufen lassen - das war früher nie möglich“, berichtet Jakob. Schlagkraft im Notfall wird gefordert: Zusammen mit Doktor Stefan Linke wollen die Ortsvereine aus Eppingen, Mühlbach, Richen, Berwangen und Elsenz eine Helfer-vor-Ort-Gruppe gründen. „Das sind Ehrenamtliche, die rund um die Uhr alarmbereit sind. Sie überbrücken die Zeit vom Notfall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und bieten den Patienten qualifizierte Hilfe“, erklärt Ernst Jakob. „Das hat schon Leben gerettet.“