Reh mit Rapsvergiftung

Bad Rappenau - Innerhalb weniger Wochen hat der Jäger Rüdiger Winter in Wollenberg drei Rehe erschießen müssen, die ähnliche Symptome zeigten. Er ist überzeugt davon, dass alle drei eine Rapsvergiftung hatten.

Von Simon Gajer
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Bad Rappenau - Das hatte Rüdiger Winter noch nicht erlebt. Ein Reh stand mitten im kleinsten Bad Rappenauer Stadtteil Wollenberg und ließ den Jagdpächter bis auf 30 Zentimeter an sich heran. „Es zeigte keinerlei Fluchtverhalten“, erinnert er sich. Winters Verdacht fiel auf Tollwut. Eine Untersuchung des Tiers, das der Pächter erschoss, kam zu einem anderen Ergebnis.

„Die Befunde sprechen für eine Rapsvergiftung des Rehes“, steht auf einem zweiseitigen Brief des Chemischen und Verinäruntersuchungsamts in Fellbach, den Rüdiger Winter zeigt. Das hatte Rüdiger Winter so noch nicht erlebt. Zumal es für ihn nicht das einzige Tier blieb mit ähnlichen Symptomen blieb. Zwei weitere, das letzte Ende Februar, musste er und ein Jagdkollege in Wollenberg in wenigen Wochen erschießen.

Als er sich am Mittwochabend mit Jägern austauschte, berichteten ihm Kollegen ganz allgemein von ähnlichen Einzelfällen, die sie irgendwann einmal erlebt hatten. Nun möchte sich Rüdiger Winter bei Landwirten informieren, welchen Raps sie anbauen.

Für Dr. Christine Süß-Dombrowski, die den Befund geschrieben hatte, hat Rüdiger Winter das einzig richtige getan. „So ein Tier erlöst man.“

Der Vormagen des Rehs von Rüdiger Winter war gefüllt mit einem stark schaumigem Futter, weshalb sie davon ausgeht, dass das Tier starke Schmerzen hatte. Vor allem nach dem Winter komme es häufig zu Rapsvergiftungen. Sie vermutet, dass sich die Rehe in dieser Jahreszeit über die Rapspflänzchen hermachen, wenn die Schneedecke schmilzt. Sie führt Rapsvergiftungen auf den Anteil an Bitterstoffen zurück, der aber von der Rapssorte, der Bodenbeschaffenheit oder der Düngung abhängen kann. 


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