Land steht zu Krebsbachtalbahn

Neckarbischofsheim/Hüffenhardt  Positives Signal für die Krebsbachtalbahn: Wie Stimme.de exklusiv erfuhr, sichert das Land den Ausflugsverkehr bis 2028. Bei der anstehenden Erneuerung mehrere Bahnübergänge stellt Stuttgart mehr Geld in Aussicht.

Von Alexander Hettich
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Das ist Ergebnis eines Gesprächs von Montag im Stuttgarter Verkehrsministerium, bei dem es um die Zukunft der Nebenbahn zwischen Neckarbischofsheim und Hüffenhardt ging.  Für die Strecke stehen Schicksalswochen an . Kommunen entlang der Strecke müssen sich bis Jahresende erklären, ob sie aus dem bis 2018 geschlossenen Kooperationsvertrag aussteigen. Insbesondere aus Siegelsbach waren zuweilen skeptische Stimmen gekommen, aber auch in Bad Rappenau gilt ein Bekenntnis zur Bahn nicht als ausgemachte Sache.

Was den Gemeinden das Treuebekenntnis erschwert: Soll es im Krebsbachtal weitergehen, stehen schon ab 2017 Investitionen in Bahnübergänge an. Innerhalb der kommenden rund zehn Jahre müssen 14 solcher Kreuzungen erneuert werden, die Kosten liegen bei fast sechs Millionen Euro.

Kreise und Kommunen tragen Teil der Finanzierung

Den Löwenanteil übernimmt das Land, der Rest wird über einen komplizierten Schlüssel verteilt. Ein Drittel müsste eigentlich der Inhaber der Schieneninfrastruktur leisten. Das ist die Erms-Neckar-Bahn AG. Sie hat die Strecke 2013 von der SWEG übernommen, so den Fortbestand überhaupt erst gesichert, sie verfügt aber über keine eigenen Mittel. Im Kooperationsvertrag von 2013 haben sich Kreise und Kommunen daher bereit erklärt, den Anteil des Unternehmens aufzuteilen.

Von diesem sogenannten Schienendrittel wiederum übernimmt das Land bislang die Hälfte. Gestern nun teilte das Ministerium auf Nachfrage von Stimme.de mit, dass  Stuttgart drei Viertel dieser Tranche beisteuern  wird, was den Anteil der Kommunen drückt. Bad Rappenau etwa müsste statt 260.000 für alle Maßnahmen noch 200.000 Euro bin den Topf zahlen. Das ist immer noch viel Geld.

Zukunft hängt von Gutachten ab

Trotzdem wird der Schritt des Landes von allen Seiten als positives Signal gewertet. „Das ist ein Wort“, zeigte sich Hans-Joachim Vogt in einer ersten Stellungnahme angenehm überrascht. Der Vorsitzende des Fördervereins Krebsbachtal kämpft mit seinen Mitstreitern für einen Erhalt des Ausflugsverkehrs, der in der Saison von Mai bis Oktober zuletzt 4000 Fahrgäste auf die Strecke brachte.

Angestrebt ist auch ein Regelbetrieb im Schülerverkehr. Ein entsprechender Test verlief positiv. Das Land will aber zunächst eine Studie zum Potenzial der Strecke vorliegen haben, bevor es weiter Verpflichtungen eingeht. „Inwieweit zukünftig weitere Verkehre auf der Krebsbachtalbahn bestellt werden können, hängt von den Ergebnissen des nun durchzuführenden Gutachtens ab“, heißt es dazu in der Stellungnahme des Ministeriums. 

 


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