Kurort stellt Hinweisschild an die A6

Bad Rappenau - Was lange währt! Seit gestern Nachmittag steht auch das zweite braune Hinweisschild mit dem Schriftzug "Bad Rappenau Soleheilbad" an der Autobahn 6 in Fahrtrichtung Heilbronn/Stuttgart. Gegen 13 Uhr wurde es im Kurpark feierlich enthüllt, aufgeladen und anschließend abtransportiert.

Von unserer Redakteurin Ulrike Plapp-Schirmer

Kurort stellt Hinweisschild an die A 6
Kurz nach der Enthüllung wurde das braune Autobahnschild von einer Spezialfirma abtransportiert − Richtung Autobahn.Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Bad Rappenau - Was lange währt! Seit gestern Nachmittag steht auch das zweite braune Hinweisschild mit dem Schriftzug "Bad Rappenau Soleheilbad" an der Autobahn 6 in Fahrtrichtung Heilbronn/Stuttgart. Gegen 13 Uhr wurde es im Kurpark feierlich enthüllt, aufgeladen und anschließend abtransportiert. Sein Zwilling steht in Fahrtrichtung Mannheim schon seit mehreren Monaten.

Genehmigt worden waren die beiden "touristischen Unterrichtungstafeln", wie die braunen Hinweisschilder im Amtsdeutsch heißen, im August 2010. Dass die zweite Tafel erst jetzt aufgestellt wurde, ist dem dreistreifigen Ausbau der A6 geschuldet.

Werbemittel

Sinsheim hat zwei unterschiedliche, Eppingen hat eins, Neckarsulm kämpft noch drum: Die braunen Hinweisschilder an der Autobahn sollen internationale Verkehrsteilnehmer darauf hinweisen, dass es sich lohnt hier abzufahren.

"Für uns ist es schon wichtig, so ein Schild zu bekommen", betonte der Bad Rappenauer Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen bei der Enthüllung im Beisein von SPD-Staatssekretär Ingo Rust, Professor Rudolf Forcher, Ehrenpräsident des baden-württembergischen Heilbäderverbandes, Baudirektor Günter Gartenmaier als Vertreter des Regierungspräsidiums und der CDU-Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch. Die Kur in Verbindung mit Tourismus wolle man weiterentwickeln, so Blättgen weiter. Dabei soll das Hinweisschild helfen, das der Heilbronner Grafiker Klaus Keck entworfen hat, und das die Saline im Hintergrund und einen Salzsieder mit Lochschaufel im Vordergrund zeigt.

Genehmigt werden die braunen Hinweisschilder vom Verkehrsministerium, die Regierungspräsidien bereiten die Anträge der Kommunen auf. "Es ist ein enger Flaschenhals, durch den die Anträge durch müssen", sagt RP-Pressesprecher Clemens Homoth-Kuhs. Als Auswahlkriterien nennt er unter anderem: es dürften nicht zu viele sein; es dürfe nur auf überregionale bedeutsame Ziele hingewiesen werden; zwischen zwei Ausfahrten dürfe möglichst nur ein Schild stehen, die Sehenswürdigkeiten müssen nah an der Autobahn liegen.

Einsatz

Einer, der sich für braune Hinweisschilder für Kurorte jahrelang eingesetzt hat, ist Professor Rudolf Forcher. Der langjährige Bürgermeister von Bad Waldsee und langjährige Präsident des baden-württembergischen Heilbäderverbandes beklagte, dass an den Autobahnen lange bloß für bedeutsame Kulturgüter und historische Bauwerke geworben wurde. Einzig "Baden-Baden stand schon lange".

Inzwischen seien zwölf Schilder für Kurorte und Heilbäder beantragt, neun genehmigt "und das sechste, Bad Rappenau, wird heute aufgestellt". Forcher gab der Hoffnung Ausdruck, dass es dem Hinweisschild gelingt, "Leute her zu bringen, die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun wollen, um wieder etwas Lebenfreude zu gewinnen". Diese Hoffnung teilt Ingo Rust: Der Tourismus im Land habe einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, zu dem die Kurorte nicht unerheblich beitragen, sagte der Staatssekretär.