Initiative will weiter gegen Mobilfunkmasten kämpfen

Siegelsbach - Sie haben klare Ziele vor Augen: Senkung der Strahlungsgrenzwerte, eine Änderung der Landesbauverordnung, eine Aufklärungspflicht staatlicher Organe über die Gefahren von Handys und Schnurlostelefonen sowie eine regelmäßige Messung der Sendeleistung bestehender Funkmasten in einem Umkreis von 400 Metern von unabhängigen Instituten.

Von Stefanie Pfäffle
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Flugblätter verteilen, Plakate aufhängen, den Besuch der Staatssekretärin planen - die Mitglieder der Siegelsbacher Initiative haben viel zu tun.Foto: Stefanie Pfäffle

Siegelsbach - Sie haben klare Ziele vor Augen: Senkung der Strahlungsgrenzwerte, eine Änderung der Landesbauverordnung, eine Aufklärungspflicht staatlicher Organe über die Gefahren von Handys und Schnurlostelefonen sowie eine regelmäßige Messung der Sendeleistung bestehender Funkmasten in einem Umkreis von 400 Metern von unabhängigen Instituten. Viel Arbeit, für deren Umsetzung sich die Bürgerinitiative „Bürgerwille für die Gesundheit“ (BI) aus Siegelsbach nun wieder zusammensetzte.

Schock

Vor fünf Jahren bereits hatten die aufgebrachten Siegelsbacher den Bau eines Funkmasten verhindert, Ende vergangenen Jahres dann aber der Schock. O2 setzte in die Petersäcker einen 14,5 Meter hohen Sendemast, 2,5 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt. Ohne Genehmigung, was sie nach Landesbauverordnung hier auch nicht benötigten. Anwohner Matthias Müller ist immer noch entsetzt über diese Vorgehensweise. „Das Gesetz ist einfach unmenschlich“, findet er. „Wir konnten ja nicht agieren, uns wurde die Möglichkeit genommen, unsere Meinung zu äußern.“ Genau das wollen die BI-Mitstreiter jetzt aber nachholen. Nach dem Landtagsabgeordneten Ingo Rust (SPD) laden sie nun auch Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU) ein, um mit ihr über das Problem der Strahlenbelastung zu sprechen.

„Wir hoffen natürlich, dass sie Verständnis für unsere Situation zeigt“, meint BI-Sprecher Reinhard Hofmann. Allein das Datum für das Treffen stellte sich als Problem heraus. Der von Gurr-Hirschs Büro vorgeschlagene Termin am 23. März kollidiert mit der nächsten Gemeinderatssitzung. „Das könnt ihr nicht machen“, beschwerte sich Jürgen Kraus, selbst Gemeinderat. Bürgermeister Uli Kremsler hatte Hofmann allerdings mitgeteilt, die Sitzung könne nicht verschoben werden, um den Terminplan nicht durcheinander zu bringen. „Aber da muss sich die Gemeinde doch auch mal einsetzen, das betrifft doch ihre Bürger“, meinte Müller. Hofmann will mit dem Schultes reden, Kraus parallel dazu mit der Staatssekretärin. Erst dann kann festgesetzt werden, wann die Informationsveranstaltung im Bürgerzentrum stattfinden wird, zu dem die BI Diplom-Ingenieur Dr. Volker Schorpp als Redner einlädt.

Umtriebig

Zusätzlich zu den Veranstaltungen sollen Flugblätter verteilt und Petitionen an den Landtag gerichtet werden. „Leserbriefe sind auch eine gute Möglichkeit, auf Missstände aufmerksam zu machen, ich formuliere sie gerne für euch“, warb Hofmann.


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