Haifisch-Observatorium soll 2017 eröffnen

Sinsheim  Die Stadt Sinsheim erhält eine Attraktion nach der nächsten: Nach der Erweiterung der Badewelt Sinsheim soll auch das Hai-Observatorium kommen.

Von Simon Gajer

Neues Haifischbecken
Solche Bilder wie im Tierpark Hellabrunn in München sollen bald auch in Sinsheim entstehen können. Foto:

Die Stadt Sinsheim entwickelt sich immer mehr zur touristischen Hochburg. Erst am Montag hat die Heilbronner Stimme exklusiv vermeldet, dass Josef Wund seine Badewelt Sinsheim zur größten Einrichtung seines Konzerns machen will. Nun stellt sich heraus: Auch das Hai-Observatorium in der Neulandstraße gewinnt an Fahrt.

Lange Zeit war es sehr still gewesen um die Seven Seas Aquarium Betriebs GmbH. Die beiden Geschäftsführer wollten sich auf Nachfrage unserer Zeitung nicht zu Details äußern, wie sie sich ihr Hai- und Ozeanobservatorium in Sinsheim vorstellen. Nun versprechen sie im Internet: Das Shark-City-Ozeanarium eröffnet 2017. Der genaue Eröffnungstermin steht noch nicht fest, da alles von der Baugenehmigung abhängt. 

Shark-City will nach eigenen Angaben bis zu 40 Hai-Arten zeigen. Zentrales Element im zweistöckigen Gebäude ist ein Becken, das über 7,5 Millionen Liter Wasser fassen soll. Es wird 35 Meter breit, 15 Meter tief und 15 Meter hoch. Neben dem Gebäude entsteht ein Parkplatz, auf dem bis zu 400 Pkw und sechs Reisebusse Platz finden.

Ein Kino gehört zum Komplex, in dem Dokumentationen gezeigt werden sollen. Es gibt ein Restaurant in der Form eines Boots. Außerdem arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben mit einem Hai-Verhaltensforscher zusammen. Außerdem können Interessierte ab 18 Jahren, die einen Tauchschein haben, im größten Becken tauchen gehen.

Zum genauen Zeitplan bis zur Eröffnung will sich Boris Udina, der bei Shark-City für die Pressearbeit zuständig ist, nicht äußern. Auch die Investitionssumme nennt er nicht. Ziel sei es, eine der großen Attraktionen in Sinsheim zu werden. Die jährliche Anzahl an Besuchern soll seinen Angaben zufolge deutlich sechsstellig sein.

Einzugsgebiet

Anvisiert werden Personen, die in bis zu 90 Minuten Sinsheim erreichen – dazu gehören auch die Großstädte Mannheim und Heilbronn, auch in der Schweiz und Frankreich solle für das Ozeanarium geworben werden. Mit anderen Attraktionen in der Stadt wolle man ein Miteinander pflegen.

Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht kennt keine weiteren Details zum Vorhaben, auch zum anvisierten Öffnungstag kann er nichts sagen. Geplant werde das Vorhaben auf einem privaten Grundstück, daher könne die Stadtverwaltung das Vorhaben weder beschleunigen noch ausbremsen.

Sollte das Ozeanarium wie geplant umgesetzt werden, kann es laut Jörg Albrecht zu einem weiteren Besuchermagneten in der Stadt werden und die bestehenden Einrichtungen ergänzen. „Für mich ist wichtig, dass die dort eine vernünftige Arbeit leisten“, sagt er in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu zählt für den OB der Tierschutz. Alle Vorschriften werden eingehalten, davon geht Jörg Albrecht derzeit aus – nach allem, was er zum Projekt gehört habe. Ohnehin werde das Veterinäramt eingeschaltet. Als die Kraichgau Stimme erstmals über die Pläne berichtet hatte, gab es Proteste. Eine Internet-Petition unterzeichneten fast 1400 Personen, die das Observatorium ablehnten.

Vertraut man dem derzeitigen Internetauftritt von Shark-City, so ist es Verantwortlichen gelungen, einen Experten nach Sinsheim zu holen, der zuvor schon bei den ähnlich ausgerichteten Unternehmen Sea-Life in Konstanz und Ozeaneum in Stralsund gearbeitet hat.

Sea-Life bezeichnet sich selbst als der größte Aquarienbetreiber der Welt und ist mit acht Standorten in Deutschland vertreten, unter anderem auch in Speyer. Die Sea-Life Deutschland GmbH nennt zu den einzelnen Aquarien keine Details, nur so viel ist dem im Unternehmensregister zuletzt veröffentlichten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 zu entnehmen: Mit 2,1 Millionen Besucher seien wieder etwas mehr Gäste gekommen als im Jahr zuvor.

Die Ozeaneum Stralsund GmbH ist nach eigenen Angaben eine 100-prozentige Tochter der Stiftung privaten Rechts des Deutsches Meeresmuseums. Es eröffnete im Juli 2008, bis April 2016 kamen schon fünf Millionsten Gäste. Im vergangenen Jahr schauten sich nach Angaben des Ozeaneums 546.000 Personen darin um.

 

 

 


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