Gästebefragung benennt ein paar Mängel

Bad Rappenau - Themen der Befragung waren neben schlechten Zugverbindungen außerdem die Parkplätze im Kurgebiet, öffentliche Toiletten in den Parks und auch der Internetauftritt der Stadt.

Von Ulrike Plapp-Schirmer
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Bad Rappenau - Heike und Eckhard Steffen wollen ins Auto- und Technikmuseum nach Sinsheim: Auf dem Weg dorthin haben die beiden Franken ihr Wohnmobil in Bad Rappenau abgestellt. Mit dem Platz sind sie zufrieden: Er sei einfach, ruhig und preiswert, urteilt er. Den Sonnenschein und den Blick auf den Salinenpark gibt es gratis dazu. Mit ihrem Zwischenstopp geht das Paar in die Statistik ein. Seine Mutter sei hier mal zur Kur gewesen, erzählt der Elektrotechniker noch.

Das ist typisch für denjenigen, der Bad Rappenau als Ziel auswählt: Er kennt den Ort als Gesundheitsstandort. Wer mit dem Aufenthalt in einer der Kliniken zufrieden war, erzählt das weiter. Und kommt wieder.

Befragung

Dieter Wohlschlegel, Geschäftsführer der Bad Rappenauer Touristik- und Bäder GmbH (BTB), hat aktuelle Zahlen auf dem Tisch. Wer warum nach Bad Rappenau kommt und wie er seinen Aufenthalt und den Ort beurteilt, das wollten er und vier Studentinnen der Fachhochschule Heilbronn wissen. Im Oktober 2010 führten sie eine Gästebefragung unter 207 Frauen und Männer durch.

Das Ergebnis sei nicht repräsentativ, sagt Wohlschlegel: "Aber es gibt ein Stimmungsbild wieder. Einen ersten Trend. Und das reicht uns erstmal." Auf der Basis dieser Gästebefragung will er 2012 eine weitere zu einem anderen Zeitpunkt in Auftrag geben. Vieles, so Wohlschlegel im Gespräch, wisse man bereits. Manches habe die Befragung bestätigt. Das Wichtigste aber: "Es kam nichts, wo wir sagen müssten, das ist erstaunlich." Aber die Gäste hätten zahlreiche Anmerkungen gemacht, mit denen die BTB sich befassen wird: Die Parkanlagen wurden durchweg positiv bewertet.

Doch der Einzelhandel, insbesondere im Kurgebiet, wurde kritisiert, ein Zubringer zwischen den Kliniken und der Stadt vermisst. Die Zuganbindung wurde vor allem von Gästen aus dem Raum Heilbronn, weniger von Gästen aus der Metropolregion Rhein-Neckar, bemängelt − hier muss und wird die Stadtbahn Abhilfe schaffen. Themen waren außerdem die Parkplätze im Kurgebiet, öffentliche Toiletten in den Parks, der Internetauftritt der Stadt. Eine Aufgabe erledigt die BTB sofort: Die Gäste, deren Alter im Schnitt zwischen 55 und 75 Jahren liegt, müssen an Einrichtungen besser hingeführt werden.

Neues

Bestehende Angebote wie Besinnungspfad, Gradierwerk oder Bewegungsparcours, sollen auch gefunden werden. Deshalb wird ein neuer Prospekt aufgelegt. Außerdem will man "die Angebote kontinuierlich weiterentwickeln", so Wohlschlegel. Die Erwartungen des Gastes seien einem stetigen Wandel unterworfen. "Wo können wir kleine Dinge im Umfeld initiieren", ist eine Frage, die die BTB stellt. Insbesondere der Service soll weiter verbessert, immer wieder Mal Neues geschaffen werden. Dieter Wohlschlegel denkt über einen Barfußpfad nach: "Das sind keine Rieseninvestitionen, aber man darf sich im touristischen Bereich nie auf seinen Lorbeeren ausruhen."


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