Eppingen gibt’s im Dreierpack

Vertrag mit Pächter abgeschlossen - Wiedereröffnung noch im März geplant

Von Peter Boxheimer

Eppingen gibt’s im Dreierpack
Noch ist das Bistro neben den Gleisen in Eppingen verwaist. In Kürze soll hier wieder Leben einkehren. Die Bahn hat für den Reisebedarfsladen einen Pächter gefunden, der zugleich die Shops in Durlach und Bretten betreiben wird.

Foto: Peter Boxheimer

Nach 15 Monaten steht die Pächtersuche für den Reisebedarfsladen im Eppinger Bahnhof vor dem Abschluss. „Wir sind uns handelseinig“, hat der Stuttgarter Bahn-Sprecher Reinhold Willing auf Anfrage mitgeteilt. Künftiger Betreiber soll ein Karlsruher Gastronom sein. Er wird gleich drei Servicestores entlang der Stadtbahnlinie S 4 übernehmen: Durlach, Bretten und Eppingen.

„Die Tinte muss letztendlich noch trocknen“, schränkt Willing ein. Der abgeschlossene Vertrag bedürfe jetzt unternehmensintern der Genehmigung durch die zuständigen Gremien. Ziel bleibe, den seit Ende 2005 verwaisten Eppinger Laden im Laufe des März wieder zu öffnen.

„Wir haben einen Partner gesucht, der auf diesem Gebiet einfach schon Erfahrungen besitzt und ein gutes Konzept hat“, sagt der Bahn-Sprecher. Der neue Shop-Betreiber sei bereits an anderen Standorten aktiv.

Rathaus ist froh Erleichterung herrscht im Eppinger Rathaus, das an einer Reaktivierung des Bahnhofsladens großes Interesse hat. Im Jahr der baden-württembergischen Heimattage erwartet die Fachwerkstadt besonders viele mit dem Zug oder der Stadtbahn ankommende Gäste. Sie sollen nicht vor verrammelten Türen oder heruntergelassenen Jalousien stehen. „Wir sind froh, dass es endlich weitergeht“, betont der Eppinger Wirtschaftsförderer Peter Thalmann.

Ein Profi mit einem tragfähigen Konzept - das stimmt den Stadtmarketing-Geschäftsführer optimistisch. Thalmann: „Wir haben die Hoffnung, dass der Servicestore damit wieder auf die Füße kommt und dies zu Verbesserungen im Bahnhof insgesamt führt.“ Der erste Pächter des im April 2005 eröffneten Reisebedarfsladens mit angeschlossenem Bistro neben den Gleisen hatte nach nur acht Monaten das Handtuch geworfen.

Rappenau komplizierter Während Eppingen fast in trockenen Tüchern ist, gehen die Gespräche über eine ähnliche Lösung im Bad Rappenauer Bahnhof weiter. Auch hier steht mit der Landesgartenschau im nächsten Jahr ein Großereignis ins Haus, bei dem sich das Empfangsgebäude angemessen präsentieren soll. Jedoch sind die Verhältnisse in der Kurstadt ungleich komplizierter als in Eppingen. Während hier das Reisebüro Benz Fahrkarten verkauft, gibt es in Rappenau nur einen Automaten. Zudem braucht die Bahn noch große Teile des Erdgeschosses, solange das elektronische Stellwerk nicht in Betrieb ist. Mit dessen Bau wird erst nach den Sommerferien in Sinsheim begonnen.

Dritter Punkt: Eine Lösung wie in Eppingen, wo die Gästeinformation in das Reisebüro integriert ist, bietet sich in Rappenau kaum an. Die Touristik und Bäder GmbH (BTB) hat andere Pläne: Sie will die zentrale Anlaufstelle im Sommer in das Foyer des renovierten Hallenbads verlegen. „Da sind unsere Kunden, da müssen wir hier“, bekräftigt BTB-Geschäftsführer Sven-Olaf Brüggemann. Gesundheitszustand und Mobilität der Kurgäste hätten sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. Sie seien auf den Service in unmittelbarer Nähe zu den Kliniken angewiesen. Brüggemann: „Außerdem haben wir im Hallenbad Öffnungszeiten, die unschlagbar sind.“ Sieben Tage in der Woche von morgens bis spätabends - das gebe es noch nicht einmal in der Großstadt. Und dann habe man ja auch noch die Dépendance im Bürgerbüro des Rathauses. „Zwei Stellen in einer Kernstadt mit 10 000 Einwohnern, die nicht gerade vom Massentourismus überschwemmt wird - das ist mehr als ausreichend“, meint der BTB-Geschäftsführer.

Noch viele Hürden Inzwischen liegen für den Bahnhof erste Planungsideen vor. Die findet Rappenaus Hauptamtsleiter Wolfgang Franke „vom Grundsatz her nicht schlecht“. Es sei denkbar, dass sich neben der vorhandenen Buchhandlung weitere Geschäfte etablierten. Jetzt müssten Gespräche mit Interessenten folgen. Zudem gebe es noch viele Hürden zu überwinden - vom Konzept bis zur Kostenübernahme. Wie die Erfolgsaussichten sind? Franke: „Vielleicht kriegen wir’s hin.“