Eine Dampflok als Wunschtraum

Dicht drängen sich die zahlreichen Besucher auf dem kleinen Bahnsteig, um eine Karte zur Mitfahrt zu ergattern - Die Feldbahn dreht mit 15 Stundenkilometern ihre Runden - Bildergalerie

Von Manuel Fischer
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Kleine und große Fahrgäste haben an der Feldbahn in Neckarbischofsheim ihre Freude. Jetzt hat der Freundeskreis die Saison eröffnet.

Foto: Manuel Fischer

NECKARBISCHOFSHEIM - Dicht drängen sich die zahlreichen Besucher auf dem kleinen Bahnsteig, um eine Karte zur Mitfahrt zu ergattern. Dann geht alles schnell, jeder möchte einen Platz, und Werner Herzog pfeift zur Abfahrt.

Mit einem kleinen Rucken, dem dieseltypischen Knattern setzt sich die Bahn in Bewegung und fährt aus dem zweigleisigen Bahnhof hinaus auf das Gelände der Feldbahnfreunde. Ein gewisses Western-Ambiente kann man dem Ganzen nicht absprechen. Eine Runde auf dem Gelände dauert etwa drei Minuten, bis man wieder am Bahnhof ankommt und zu zwei weiteren Touren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern durchstartet.

Es sind vor allem die kleinen Gäste, denen die Fahrt mit der Bahn sichtlichen Spaß bereitet: „Ich wollte das den Kindern einfach mal zeigen“, sagt Franz Wawru (65) aus Aglasterhausen. Wawru, selbst das erste Mal vor Ort, hat in seiner Kindheit eine solche Bahn „selbst noch in einer Tongrube erlebt“ und wurde durch Zeitungswerbung auf die Feldbahn in Neckarbischofsheim aufmerksam.

Spaß für Kinder Wawru empfindet die Feldbahn als „klein und überschaubar“ und freut sich, dass die Kinder ihren Spaß auf dem Gelände haben. Die Anlage begeistert also Alt und Jung. Generationen treffen auf dem Gelände aufeinander. In Bewegung gesetzt hat sich die Feldbahn nach der Vereinsgründung zum ersten Mal im Jahr 2000. Der Verein hat sich erst Pfingsten 1999 gefunden. Die 45 Mitglieder haben insgesamt 600 Meter Gleis verlegt und besitzen verschiedene Loks. Der größte Teil davon wird mit Biodiesel betrieben.

Werner Herzog (63), Vereinsvorsitzender aus Neckarbischofsheim, ist sehr stolz auf das Gelände und die Mitglieder. „Wir haben alles selbst finanziert“, strahlt er. Die ältesten Loks sind über 100 Jahre alt, und „wir können insgesamt 80 Fahrzeuge unser Eigen nennen“.

Das große Ziel der Feldbahnfreunde ist der Erwerb einer eigenen Dampflok. Diese würde allerdings rund 20 000 Euro kosten. Deshalb bleibt dieses Ziel wahrscheinlich „ein Traum“, so Herzog, da sich alle Aktivitäten des Vereins über die Einnahmen auf dem Betrieb auf dem Gelände finanziert.

Neue Schienen In den nächsten Jahren sollen weitere 600 Meter Schienen gelegt, der Bahnverkehr vom Bahnhof weggelenkt und außerdem zusätzliches Gelände erschlossen werden. Die Saison der Neckarbischofsheimer Feldbahn dauert von Anfang April bis Anfang Dezember.

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