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Moore, Magerwiesen, Mikroorganismen: Leser erleben Naturvielfalt in der Klima-Arena

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In der Klima-Arena in Sinsheim steht der Schutz des Klimas im Mittelpunkt. Was der Außenbereich zu bieten hat, haben 15 Stimme-Leser erlebt. 


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Wenn die Leser der Heilbronner Stimme in die Sinsheimer Klima-Arena kommen, lassen sich die Verantwortlichen immer etwas Neues einfallen. Die Katakomben standen 2023 auf dem Programm, im vergangenen Jahr waren vor allem die neuesten und interaktiven Exponate im Mittelpunkt. Diesmal ging es für die Teilnehmer des Lesersommers an die frische Luft: Der weitläufige Klimaschutzgarten bildete den Schwerpunkt des Besuchs in dem 2019 eröffneten Lern- und Erlebnisort.

Das Interesse an der Sinsheimer Klima-Arena ist nach wie vor da

Damals, erinnert sich Bernd Welz, Vorstandsvorsitzender der Klimastiftung für Bürger, sei das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung weiter oben gewesen. „Aber der Klimawandel hört nicht auf, wenn man nicht mehr darüber spricht“, so Welz bei der Begrüßung.


Das Interesse der Besucher lasse allerdings nicht nach. Bisher sei die Zahl um 13 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Rund 50.000 Personen kämen von Januar bis Dezember an den Ort, den es in Deutschland so „leider kein zweites Mal gibt“.

Lesersommer in der Klima-Arena: Leser wissen auf jede Frage eine Antwort

15 von ihnen haben bei der Lesersommer-Aktion das große Los gezogen und werden von Linda Lustig durch den Außenbereich geführt. Ausgestattet mit großen grünen Schirmen als Schutz gegen die Sonne zeigen sie, dass sie gut vorbereitet sind auf den Besuch. Auf jede Frage der Biologin wissen sie eine Antwort. „Wie lange gibt es die Erde schon? Wann sind die Dinosaurier ausgestorben? Wie hoch ist die Erdmitteltemperatur?“ Linda Lustig nickt anerkennend und führt die Leser zu einem Hotspot der Biodiversität: der Magerwiese.

„Nicht nur Menschen profitieren von der Artenvielfalt“, erklärt die Experten, „sondern vor allem Tiere.“ Denn verschiedene Gräser, Kräuter und Blumen ziehen Insekten an, die wiederum Vögeln als Nahrung dienen. Ein Rasen, das weiß auch einer der Besucher, ist zwar schön anzusehen, hat aber in den meisten Fällen keinerlei Mehrwert. Deshalb gilt: „Nicht so oft mähen, das lohnt sich gar nicht.“

Böden sind ein komplexes Ökosystem

Noch relevanter für den Klimaschutz sind allerdings Feuchtgebiete wie Moore: Sie bedecken zwar nur rund drei Prozent der weltweiten Landfläche, speichern aber rund 30 Prozent des terrestrischen Kohlenstoffs. Linda Lustig bezeichnet sie als „globalen Schwamm“, auch im Garten der Klima-Arena ist ihnen ein eigener Platz gewidmet. Besucher können dort die spezielle Oberfläche ertasten: Sie gibt unter den Fingern leicht nach und macht die besondere Struktur des Moors sinnlich erfahrbar.

Wie viele Lebewesen im Boden leben, zeigt sich erst auf den zweiten Blick: Regenwürmer, Maulwürfe, Käfer und Asseln sind nur die sichtbare Spitze eines komplexen Ökosystems. „In einer Hand voll Boden sind mehr Lebewesen als auf der ganzen Erde“, erklärt Linda Lustig.

Auch Pilze spielen eine zentrale Rolle. Das größte bekannte Lebewesen der Welt ist nämlich kein Wal, wie viele denken, sondern ein Pilzgeflecht. „Sie sind superarg wichtig“, sagt die Biologin. Denn sie zersetzen Biomasse und schaffen fruchtbare Erde. Aber auch das wissen die klugen Leser natürlich.

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